Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 386)
- Language
- German
- Belongs to
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326 Es war die Schule zu Jabneh, in welche E. Jochanan b. Sakkai die Thora und mit dieser das Judentum hinübergerettet, die für die Gestaltung der Verhältnisse in der ersten Zeit nach dem Untergang des Heiligtums von grosser Bedeutung sein sollte. Hatten Esra und ״die Männer der grossen Synode״ Palästina seine hohe Bedeutung als Ausgangs- und Mittelpunkt der Lehre wiedergegeben, so war es später E. Jochanan ben Sakkai, der dem Lande diese seine Bedeutung mitten unter den grössten politischen Wirren auf Jahrhunderte hinaus gesichert hat. Von Jabneh ging das Wort Gottes aus; von Jabneh und sodann von Sephoris, üscha und Tiberias die Erforschung des Gesetzes, das in der Abfassung der Miscbna durch E. Jehuda Hanassi endlich die Grundlage erhalten hat, durch welche die mündliche Tradition für alle Geschlechter sichergestellt worden ist. Als aber die politischen Verhältnisse Palästinas vollends zur Auflösuug des Gemeinwesens drängten und auch die geistigen Interessen unter der Ungunst der Verhältnisse ungemein litten, so dass viele Gelehrte aus Palästina nach Babylonien auswanderten, da nahmen die מתיבתות iu Babylonien einen höheren Aufschwung, der ihnen mit der Zeit den Vorrang gegenüber den palästinensischen Schulen einräumen sollte. Auch in der Zeit, da in Palästina E. Jehuda Hanassi die Mischna abfasste, lebten in Babylonien Männer, die, aus den heimischen Schulen hervorgegangen, das Gotteswort lehrten. E. Schila und E. Acha waren Häupter von Methiwtoth, deren wichtigste und grösste Nehardea war. Grössere Dimensionen und eine ungleiche grössere Verbreitung als bisher sollte die Beschäftigung mit dem Gesetze jedoch erst erfahren, als der Babylonier Eab, von Palästina zurückgekehrt, den Grund zu der Schule von Sura legte. Die durch die unaufhörlichen Verfolgungen seitens der Eömer erfolgte Auflösung des Patriarchats und der palästinensisehen Schulen, hat sodann den Schulen Babyloniens vollends höhere Geltung verliehen, indem diese nun als die alleinige Centralstelle des Judentums und ihre Häupter als die Leiter des jüdisehen Volkes angesehen wurden. Nach Babylonien zurückgekehrt, fand Eab daselbst seinen Freund Samuel, den Leiter der Methiwtha zu Nehardea, vor. Sein Bestreben, das Thorastudium in Babylonien noch intensiver zu gestalten,