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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 385

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 385)
Language
German
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Zur Geschichte des Gaonats. Von Klausrabbiner Dr. Ph. Frankl in Halberstadt. 1. Vorgeschichte■ Wollen wir die Geschichte des Gaonats, seine Entstehung und die Stellung verstehen, die es Jahrhunderte hindurch innehatte, so müssen wir auf die Anfänge der grossen Schulen in Babylonien zurückgehen, d. h. auf die Zeit, da der Schwerpunkt des Judentums eine örtliche Verschiebung, und zwar von Palästina nach Babylonien, erfahren. Es ist der Zeitpunkt, als der bedeutendste Schüler des Rabbenu hakodausch, Rab, in seine Heimat nach Babylonien zurückkehrte und die Schule zu Sura gründete. Wohl hatte es auch früher in Babylonien Stätten gegeben, in welchen die Thora gepflegt worden war. Noch vor der Zer* Störung des ersten Tempels ward daselbst ein Mittelpunkt für das Gottesgesetz geschaffen. Noch vor der Zerstörung des Heiligtums hatte auch Babylonien sein Jabneh erhalten, eine Pflege- Stätte der Lehre, die nahezu 1500 Jahre hindurch bestanden hat. Das Studium der Thora ward auch da emsig gepflegt und es fand zwischen Palästina und Babylonien ein reger geistiger Verkehr und ein Austausch geistiger Errungenschaften statt. Nach Jahrhunderten noch standen an der Spitze des Synhedrion Männer, die ihre Ausbildung in den Schulen des Eupbratlandes erhalten hatten, die davon zeugen, dass während des Bestandes des zweiten Tempels das Thora-Studium in Babylonien geblüht hat. Vorerst jedoch, in den ersten Jahrhunderten nach der Zer- Störung des Tempels, ist der Schwerpunkt der Thorapflege in Palästina gewesen und zwar durch das Synhedrion, das sich noch drei Jahrhunderte nach der Zerstörung des Tempels erhalten konnte.

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