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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 383

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 383)
Language
German
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…/3486266-3486279--2876-3488796
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323 Die Tosefta im ersten Perek von Peah wird aber über die betreffende Talmudstelle helles Licht verbreiten. Dort werden (Hai. 6) ebenfalls die vier Gründe für das Liegenlassen der Peah am Schluss der Ernte angegeben und der vierte Grund lautet, wie Raba sagt: מפני הרמאין. Indessen hat dort der dritte Grund einen auffallenden Wortlaut: מפני מראית זדן כיצד שלא יהוא עוברין ושבין אומרין ראו פלוני שקצר שדהו ולא נתן ממנה פאה שהרי אמרה תורה לא תכלה פאת שדך. Die Worte שהרי אמרה תורה ונו׳ sind scheinbar überflüssig. Ist denn das Gebot von .פאר so unbekannt, dass die עוברים ושבים erst den Schriftvers darüber anführen müssen? Der Sinn ist aber folgender. Schon der חכם צבי Nr. 91 bemerkt, dass der Verdacht der עוברים ושבים nur aus Irrtum entstehen konnte; denn, wenn die Bestimmung nicht getroffen worden wäre, zu welcher Zeit man die Peah geben solle, so wäre doch kein rechter Grund vorhanden, den Feldbesitzer zu verdächtigen. Es könnte dies blos aus Irrtum geschehen. Wie aber wird man zu dem Irrtum kommen? Dies erklärt R. Simon in der Tosefta durch die Worte שהרי אמרה תורה לא תכלה. In der Tat bedeutet לא תבלה וכוי nur, man solle den Rand des Feldes nicht ganz abernten. Man könnte aber die פאה zu jeder Zeit liegen lassen. Die Ueberlieferung (תורה שבע״פ) lehrt uns aber, man soll sie am Schluss der Ernte geben. Darauf bezieht sich der Satz: ממי ני דברים אמרה תורה. Unter ,תורד ist hier die Ueberlieferungslehre verstauden. Im Sifra zu Lev. 19, 9 heisst es daher: בשביל די דברים אמרו (sie, die Weisen, haben gesagt). Nun lautet dieser dritte Grund in der Tosefta: die Wanderer würden sagen, wenn am Schluss der Ernte keine Peah liegen bliebe: ״Sehet, jener Mann hat geerntet uud keine Peah gegeben!“ שהרי אמדה תורה לא תכלה פאת שדך, da doch in der Thora לא תכלה וגו׳ geschrieben steht, so würden sie das so verstehen, dass man am Schluss der Ernte die Peah geben muss, und, wenn auch irrtümlich, den Mann verdächtigen. Im Sifra 1. c. steht nun ומשום ... לא תכלה als vierter Grund; in der Tosefta dagegen ist שהרי אמרה תורה לא תכלה eine Erklärung des dritten Grundes, und der vierte Grund ist מפני הרמאין. Der babylonische Talmud citiert nun zuerst die Baraita nach Sifra, und ומשום לא תכלה erscheint als dritter Grund. Dies findet der Talmud aber auffallend. Denn wenn לא תכלה wirklich besagt, man solle am Schluss die Peah geben, so ist ja dies das in den Jahrbuch J. L. G. YII. 2t

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