Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 381)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486279--2874-3488794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
821 der מילה vom Gesetze mit כרת bestraft wird. Es lässt sich daher wohl folgern, dass die Heilung bei lebensgefährlicher Krankheit gestattet ist, nicht aber bei ungefährlichen Krankheiten. Dies will uns der Zusatz in der Tosefta lehren, dass die מילה nach dem Gesetze ebenso wichtig ist wie die Heilung bei סכנת נפשות, und es wäre ein Irrtum, aus den Worten R. Eleasars zu folgern, dass auch bei nicht lebensgefärlichen Krankheiten die Entweihung des Sabbats gestattet ist. 16. Höchst auffällig ist es, dass mitunter Baraita’s, die be uns in den alten Quellen Vorkommen, den Amoräern unvollständig Vorgelegen haben. So z. B. wird in Temura 28a eine Baraita aus Sifra unvollständig angeführt; der Talmud findet es schwierig, und Rab Aschi ergänzt sie. Diese Ergänzung des Rab Aschi steht aber inhaltlich im Sifra, Nedaba II, 8 im Namen des R. Akiba, wie dies bereits Tosafot das. (vgl. aber hierüber weiter Nr. 17 Ende) anmerkt. In Chagiga 19 a wird von R. Jochanan aus einer Baraita eine Frage entschieden, worauf ein Schüler ihm den Schluss der Baraita entgegenhält, der das Gegenteil beweist. R. Jochanan widerruft darauf seine Entscheidung. Die Baraita befindet sich in Tosefta Mikwaot 3, 5. Tosafot in Nidda 34b v. אילימא wundert sich, dass Raba den Schluss einer von ihm angeführten Baraita nicht zu kennen scheint. Die betr. Baraita steht im Sifra, Sabim I, 8. Ebenso verwundert sich Tosafot in Pesachim 97 a v. אלא לאו, wo R. Jesaja Berlin mehrere ähnliche Fälle anmerkt. Mitunter werden im Talmud Anfänge von Baraita’s angeführt, deren Schluss man nicht mehr kannte (לא ידענא מאי) und zu eruieren suchte; so in Sebaehim 115a und Moed katan 3b. Unverständlich aber dürfte die Stelle in Chullin 42 b erscheinen, wo Raschi v. רשב״א anmerkt: ״In der Tosefta heisst es: רשב״א מכשיר מפני שיכולה ליכוות ולחיות; der Talmud führt hier aber blos den Schluss an, ohne den Anfang רשב״א מכשיר mitzuteilen46. Wie aber der Talmud zu dem Schluss des Satzes, der ohne den An• fang sinnlos wäre, gekommen sein soll, ist unbegreiflich. Ich vermute, dass das erste Citat des Talmuds das. nicht der von Raschi angeführten Tosefta in Chullin entnommen ist, sondern aus Tosefta Jebamot 14, 4 stammt, wo es heisst: דשב״א אומר יכול הוא ליכוות ולחיות. (Im Talmud hier ist also ebenfalls יכול הוא statt יכולה היא zu lesen.) Die Tosefta bezieht sich auf die Mischna in