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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 374

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 374)
Language
German
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314 zustellen, weil ihm der דיוק, den er ohnehin wegen אומר אמרו in Anspruch nehmen muss, auch für דבור בכתב vollkommen genügt hat. Man könnte vielleicht denken, dass der Talmud den ursprünglichen Wortlaut der Baraita hat und dass in die Tosefta nach der Folgerung des Talmuds ein Zusatz eingeschoben wurde. Dagegen spricht aber der Umstand, dass dem Jeruschalmi Grittin. 7, I die Baraita* * nach dem Wortlaut der Tosefta Vorgelegen hat, 11) Nicht abzuweisen ist auch die Ansicht des 81 ספר הקנה c der wahrscheinlich viele seiner Angaben aus älteren Quellen geschöpft hat, dass die Mischna vor Rabbi viel grösser gewesen sei1) und von Rabbi bei der Schlussredaktion vielfach gekürzt wurde, indem er viele Lehrsätze in die Tosefta setzte, welche vorher in der Mischna enthalten waren. Daher komme es, dass der Talmud beim הסורי מהפרא die Mischna aus der Tosefta erklärt. — In der Tat sind wir hier und da genötigt zu der Annahme, dass Lehrsätze, die uns jetzt in der Tosefta vorliegen, ursprünglich ihren Platz in der Mischna hatten. So in Chulliu an zwei Stellen. Dort beginnen vom 5. Perek bis zum Ende des Traktats sechs Abschnitte mit dem Schema: נוהג בארץ ובחוצה לארץ בפני הבית ושלא בפני הבית. Der achte Perek כל הבשר macht merkwürdiger Weise hierin eine Ausnahme, während die Tosefta gerade an dieser Stelle den Satz hat: בשר בחלב נוהג בארץ ובחוצה לארץ. Tosafot 103 b findet dies bereits auffällig (תימא), fügt aber hinzu ושמא מאי דשייר במתניתן פירש בברייתא. Damit ist wohl die Tosefta erklärt, indem sie das ergänzt, was in der Mischna fehlt; die Mischna jedoch bleibt höchst auffällig. Es ist also wahrscheinlich, dass in der Mischna vor Rabbi auch die Tosefta gestanden hat; Rabbi hat aber aus irgend einem Grunde2) dies nicht in seine Mischna aufgenommen. In der alten Mischna haben danach sieben Perakim von Chullin mit dem Schema נוהג בארץ ובח״ל begonnen. י) Vgl. hierüber meine Schrift ,die erste Mischna״ S. 12 ff. *) Der Grund lässt sich nur vermuten. Der Ausdruck 'בשר בחלב נוהג זכו würde, wie die analogen Sätze in den anderen Perakim, dies als דאורייתא erklaren. Da nun unter בשר alles Fleisch (auch חיה ועוף) verstanden ist, so wäre danach חיה ועוף מדאורייתא mit חלב verboten. Rabbi aber hat die Ansicht des R. Akiba acceptiert, dass התודה p חיה ועוף אינו, deshalb zog er es vor, hier abweichend von den anderen Perakim die Form בל הבשר אסור zu gebrauchen, was, wie Rab Aschi richtig erklärt, sowohl für ein Thora״Verbot, als für ein rabbinisches Verbot gebraucht werden kann.

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