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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 372

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 372)
Language
German
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312 nach R. Oschaja mit הסורי מיהסרא erklärt, trotzdem dieselbe von Rabbi selbst anders und nach dem vorliegenden Wortlaute aufgefasst wurde (vgl. Raschi das.)• Schon R. Becha'l hat das הסורי מיחסרא anstössig gefunden und er erklärt (ed. Ven. S. 115 c)1), der Sinn sei, uns komme es vor, als sei die Mischna defekt? weil unser Verstand in die Tiefen der Weisheit der Mischna- Weisen nicht einzudringen vermag2). In jüngster Zeit hat Rabbiner Jakob Schor in seiner Vorrede zu dem vom מקיצי נרדמים (1902) herausgegebenen ספר העתים auf Nedarim 23 b hingewiesen, wo der Talmud eine Mischna durch הסורי מיהסרא erklärt, und als nachher ein Amora den fehlenden Satz im öffentlichen Vortrage verkünden wollte, Rabba ihn zurechtweist mit den Worten: תנא קא מסתים לד. סתומי בדי שלא ינהגו קלות ראש בנדרים ואת דרשת ליה בפידקא. Hier sehen wir deutlich, dass nach der Ansicht des Talmuds der Mischna* * Lehrer nicht aus Versehen, sondern wegen eines triftigen Grundes absichtlich den Satz in der Mischna ausfallen liess. Schon der נמוקי יוסף daselbst findet das הסורי מיחסרא höchst auffällig. Er meint, man findet einen solchen Defekt nicht an anderer Stelle, wo man von einem Gegenstände zum anderen überspringt und der erste Satz keinen Schluss, der letzte Satz |wieder keinen Anfang hat. Man müsse deshalb annehmen, es sei dies mit Absicht geschehen, um die Lehre geheim zu halten במתכוין עשה כן דליסתמי סתומי. Indessen scheint dies dort nicht allgemeine Ansicht, und Abaje, der dort im Talmud noch ausserdem die Mischna corrigiert und ובלבד שלא יהא זכור anstatt ובלבד שיהא זכור liest, wird vom שיטה מקובצת gerechtfertigt mit den Worten: דכיון דהמשנה מחוסרת שמא גם בזה טעה. Denn sonst hätte der Talmud eine solche Correktur entschieden zurückge- *) Vgl. noch über הסורי מהסרא das .81 ספר ד,קנד c und 8 של״ה b. *) fn manchen Fällen ist diese Annahme auch vom streng kritischen Standpunkte notwendig. So z. B. am Anfang von Nedarim und Nasir, wo der Talmud jedesmal sagt הסודי מהסרא und in Nedarim die Worte זיחת נדרים כנדרים, In Nasir wieder die Worte וידות נזירות כנזירות ausgefallen sind. Ist es nun möglieh, dass der Tanna in zwei Traktaten jedesmal gerade die ידות vergessen hätte? Dazu kommt, dass auch im Sifre und in der Tosefta nur von כנויים, aber nicht von m* gesprochen wird. Dies lässt sich blos dadurch erklären, dass Im älteren Sprachgebrauch auch die יפות in בנויים einbegriffen waren. Der Talmud meint daher mit חסודי מיהסדא nur, dass nach unserem späteren Sprachgebrauche die ידות in der Mischna fehlen.

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