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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 371

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 371)
Language
German
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311 er sonst in der Baraita die oben eingeklammerten Worte nicht hätte weglassen dürfen. Wohl aber ist es nach der Diskussion des Talmuds höchst wahrscheinlich, dass ihm nicht קטנים היינו, sondern קטנים היו Vorgelegen hat. 8) Manchmal finden wir im Talmud, dass die Punktation in der Mischna und Baraita genau überliefert war. Darauf machen bereits die ראשונים aufmerksam. So Tosafot in Ketnbot 2 b v. לא נשאו und רץ zu Nedarim 35 v. דינא נמי. Daher sagen auch mit Recht einige Erklärer, dass nach Raba im Talmud Sota 8 b in der Mischna nicht מותרות לראותה, sondern מותרות gelesen werden müsse. Hiernach erklärt sich mir eine scheinbar auffällige Talmudstelle in Sucka 39 b. Dort erklären Rab Scheschet und R. Jochanan die Worte der Mischna in Schebiit 9, 1 וניקחין מכל אדם בשביעית mit den Worten בכדי מן שנינו, was nach Raschi besagt, man dürfe nur מזון שלש סעודות kaufen. Warum aber gebrauchen die Amoraim den sonst ungebräuchlichen Ausdruck בדי מן, den der Talmud erst durch den Vers Daniel 1, 5 erklären muss? Warum sagen sie nicht deutlich (wie kurz vorher die Baraita): בבדי מזון נ׳ סעודות? Ich glaube, die Amoraim haben in der Mischna statt מכל אדם gelesen: מן בל אדם und hatten die Ueberlieferung, dass nicht מן, sondern מן zu punktieren sei. Die Mischna gebraucht den kurzen Ausdruck מן zur Bezeichnung einer Tagesration. Vielleicht bedeutet der Name מן für das Manna der Wüste auch die Speise, die den Israeliten stets rationenweise gespendet wurde. 9) Es ist allgemein bekannt, dass der Talmud sich oft zu der Annahme genötigt sieht, dass in der Mischna mehrere Worte fehlen: חסורי מיחסרא. In der Vorrede zu dem Werke פאת השלחן wird im Namen des R. Elia Wilna die Ansicht mitgeteilfc, dass damit nicht zu verstehen sei, dass in der Mischna wirklich ein Satz ausgefallen ist, vielmehr hat Rabbi, der Mischna-Redaktor, nach seiner Ansicht die Lehre in dem vorliegenden Wortlaut vorgetragen. Die Späteren aber wurden durch andere Ueberlieferungsquellen bewogen, von jener Ansicht abzuweichen; sie mussten daher in die darauf basierte Mischna einen Zusatz einschalten, weil sie nur in dieser Form in die massgebende Mischna aufgenommen werden konnte. Diese Ansicht scheint R. Elia Wilna äus Baba kamma 111 b entnommen zu haben, wo Raba die Mischna

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