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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 366

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 366)
Language
German
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306 merte Wort wird von Raschi gestrichen; es fehlt auch in zwei Handschriften bei Rabbinovicz. Nicht mit vollem Rechte!, wie bereits תוי״ט moniert. Das Sachverhältnis ist nämlich folgendes. Im Talmud 114b wird gefragt: והד בני אשמות נינהו?! Darauf antwortet זעירי: Schiebe noch והמצורע ein. Ferner fragt der Talmud: Wie kann bei allen diesen von einer D^StP-Pflicht die Rede sein? Darauf antwortet Rab Scheschet: Schiebe noch נזיר ein. Dann folgt im Talmud die höchst interessante Bemerkung: תעירי קבעוה־ תנאי דרב ששת לא קבעוה תנאי. Demnach wurde die Interpolation des זעירי von den תנאי in die Mischna eingesetzt (wörtlich: befestigt), die des Rab Schechet aber nicht. Wer diese תנאי sind, ist bereits zu wiederholten Malen in neuerer Zeit gezeigt worden; vgl. Friedmann, Einleitung zur Mechilta S. 41, J. Lewy, Abba Saul S. 9 und Halevy דורות הראשונים II S. 88 ff, 128 und 5001). Diese Tannaim waren hiernach diejenigen Gelehrten, welche die Mischnajot und Baraitot auswendig lernten und dieselben gleichsam als lebendige Bibliothek für das Lehrhaus stets in Bereitschaft behielten« Wurde nun im Lehrhaus nachgewiesen, dass die Mischna, um verständlich zu sein, einer Correktur bedürfe, so kam es auf die Art und Weise dieser Emendation an, ob man diese in die Mischna ״einsetzte״ oder nicht. Bei manchen hatte man Gründe anzunehmen, dass die ursprüngliche Mischna einen solchen Wortlaut gehabt hat, und man änderte die Mischna nach diesen Emendationen; bei manchen war dies nicht der Fall (vgl. 114 b, Tosafot v. תעירי), und obgleich; die Emendation notwendig erschien, begnügte man sich, wie Raschi bemerkt, sie in der גמרא nacbzutragen. Als man daran ging, die Mischna schriftlich zu fixieren, wurde in manchen Handschriften der alte Wortlaut der Mischna beibehalten, während andere die Mischna mit den Emendationen, welche die Tannaim eingesetzt hatten, niederschrieben. Daher haben manche Handschriften in unserer Mischna והמצורע, während dies in manchen fehlt. Merkwürdiger Weise ist bei dem Satze עולותיהן ושלמיהן בחוץ חייבץ, der nach dem Talmud durch die Ein- Schiebung des Wortes נזיר (das aber in der Mischna keinen Platz gefunden) gerechtfertigt werden könnte, in manchen Manuskripten durch die Streichung des Wortes ושלמיהן die Frage des Talmuds *) Vgl. auch meine Einleitung in die hal. Jiidr. S. 13 und 33.

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