Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 364)
- Language
- German
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304 Hände haben nicht vergossen dieses Blut“, dies heisst, wir haben den Mörder nicht in unserer Gewalt gehabt und ihn freigelassen, fund unsere Augen haben nicht gesehen“, das ist, wir haben nicht, nachdem wir die Schuld des Mörders eingesehen, den Prozess verdunkelt (vertuscht). So erklärt auch das sogenannte Targum Jonathan. Es fehlt nur da die Erklärung zu ועינינו לא ראו, sie ist aber vom Targum Jeruschalmi nachgetragen. Dies bedarf blos einer Correktur; anstatt לא המון דמן דין muss es heissen לא עימעמן דין (entsprechend dem עימעמנו על דינו des jerus. Talmud). Merkwürdig ist auch hier, dass im jerus. Talmud die Deutung der Babylonier anders referiert wird als im Babli. Hier steht מזון an erster und לדה an zweiter Stelle; dort wird der erste Satz auf לדה und der zweite auf פרנסה bezogen. Vielleicht war letzteres die Ansicht der älteren babylonischen Lehrer, während im Babli der Beschluss der späteren Amoraim zur Geltung kommt. Wenigstens hat der Sifre nach seinem ursprünglichen Wortlaute ebenfalls den ersten Satz unseres Verses auf לדה bezogen. Derselbe ist jedoch in allen späteren Ausgaben nach den Talmud-Ausgaben corrigiert worden. Jedenfalls hat aber der Bedaktor des Sifrö, ebenso wie die רבנן דתמן, den Vers und die mischnische Erklärung auf den נהרג bezogen, und selbst einer der hervorragendsten alten palästinensischen Lehrer, R. Josua ben Levi, hat sich hierin der Ansicht der רבנן דתמן angeschlossen (Sota 38 b). 2) Mitunter wurde nach der מסקנא oder der balachischen Entscheidung des Babli die LA. in der Mischna geändert. Wir weisen zuvörderst auf eine bekannte Stelle hin. In Chullin 54 a biess es ursprünglich: ניטלה הכבד ונשתייר הימנה כל שהוא, wie die Ausgaben von Neapel, Cambridge und Alfasi haben (vgl. die Varianten in den neuen Wilnaer משניות). Nur nach dieser LA. versteht man die Frage des Talmuds (43 a): והאמר . . . ר״י הלכה כסתם משנה. In Chullin 46a ist anstatt והתנן . . . כזית zu lesen: והתניא . . . כזית. Indessen wurde, weil im Talmud 43a die Halacha כדת entschieden wird, diese LA. in die Mischna hineincorrigiert. So hat es bereits Raschi und Tosafot Vorgelegen, weshalb diese die Frage des Talmuds 43 a nur mit Zwang erklären können. Ein anderes Beispiel bietet die Mischna Pesachim 28 a. Dort hatten Raschi, Bartenura und בעל העיטור die LA: משום שנאמר