Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 298

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 298)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3486266-3486279--2791-3488711
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

238 Bei der Frage, wie der Talmnd geschrieben wurde, erklärt Schema, dass auch die ältesten Generationen einen Talmud, im Sinne von Erkenntnis und sachgemässer Anwendung der dreizehn Auslegungsregeln (Middot), durch welche sie die Halacha aus der Thora erklärt haben, besassen. Er erklärt auch die talmudischen Methoden, die nach dem Tode des Rabbi und nach Abschluss der Mischna entstanden sind. Denn auch über die nunmehr fixierte Mischna entstanden allerhand Zweifel infolge der vielfachen voneinander differierenden Erklärungen, welche ein* zelne Lehrer ihren Schülern beim mündlichen Unterrichte gaben. Im Talmud wurde dies alles geklärt und wurden bestimmte Grund- Sätze festgesetzt. Diese Tätigkeit dauerte, bis auf Rab Aschi und Rabina, die den Abschluss des Talmuds bilden 1). Damit kommt die Zeit der Saburäer zur Behandlung. Ihr Name rührt daher, dass sie dem Talmud manche Erläuterungen und Erklärungen beigefügt haben, von denen Scherira selbst auch solche angibt, die in unseren Talmudausgaben nicht vorhanden sind. Im zweiten Teile des Sendschreibens, der, wie bereits erwähnt wurde, den סדר החכמים bis zum Ende der Geonimepoche enthält, erscheint uns Scherira als exakter Historiker, der iedes Wort auf die Wagschale legt. Was er nicht positiv weiss, sondem nur vom Hörensagen übernommen hat, führt er mit ואמרין, das soll heissen ,so erzählen uns unsere Vorfahren“, an. Ebenso verfährt er mit manchen Aggada-Stetlen, die er mit ואמרין קמאי oder ואמרי רבנן einleitet. So sagt er z. B. והוו א מרין קמאי דתלת עשרה אפי בריאתא הויא ביני רבנן במתני׳ וועד, ר׳ נמיר כלהון כדאמרי־ בנדרים רבי הוה נמיר תליסר אפי •••. Auch von der Tosefta sagt er, sie sei sicherlich von Rabbi Chija geordnet, es sei aber nicht genau festzustellen, ob zu Zeiten *) & ist bemerkenswert, dass Scherira stets den Ausdruck קבע für die Zusammenstellung des Talmuds und מוץ für die Redaktion der Mischna gebraucht. Das Wort קבע kommt schon im Talmud speziell in dieser Bedeutung vor (vgl. Erubin 32 b). Die Wurrzel מיץ ist ursprünglich assyrisch. Der Kausativ סתיץ findet sich in Bauinschriften in der Bedeutung von: ״Quadersteine, Balken zurechtlegen“, vgl. Sig. Frankel, Die aramäischen Fremdwörter im Arabischen, Leyden 1886, S. 292. Im Aramäischen, wie auch im Talmud, heisst es ״ebnen, gerade machen". In diesem Sinne gebraucht es auch Scherira.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.