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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 297

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 297)
Language
German
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237 täte nach einer willkürlichen Ordnung, die uns ganz unbekannt ist, gelernt und gelehrt. Zur Frage, weshalb Joma vor Schekalim gesetzt ist, bemerkt er zunächst, dass in seiner Zeit die entge* gengesetzte Reihenfolge eingeführt sei. Möglicherweise habe allerdings Rabbi die den Fragestellern geläufige Reihenfolge gehabt. Er rechtfertigt aber auch seine Reihenfolge der Moed- Traktate, innerhalb deren Schekalim dem Traktat Joma vorangeht. Während er aber für Moed die angenommene Reihenfolge begründet1), versucht er über die Traktate der anderen Oränungen gar keinen Grund anzugeben, da sie keine richtige Anordnung aufweisen. Scherira hat bereits bei Behandlung der Frage, warum die Männer der grossen Synode nicht alles erklärt naben, ausgeführt, dass Rabbi bei der Ordnung und Redaktion der Mischna nur die besseren und kürzeren Ausdrucksweisen gewählt hat, die den Kern der Begründungen und Abgrenzung der Halacha enthalten, dass er aber absichtlich die anderen ausgedehnteren Redeweisen weggelassen habe, um der Mischna so den Stempel einer kurzen, aber inhaltsvollen Sprache zu geben, welche von allen Gelehrten einheitlich beim Studium verwendet werden könnte. Diese Erklärung wiederholt er auch bei Erörterung der Frage, warum Rabbi nicht selbst die Tosefta geschrieben hat; auch hier sagt er, Rabbi habe sich bei der Redaktion der Mischna einer besonderen Kürze befleissigt, weil eine ausgedehnte Besprechung einer jeden einzelnen Sache ein grosses umfangreiches Werk erzeugt hätte, dessen Studium das Gedächtnis zu sehr belastet haben würde. Sein Schüler Rabbi Chija aber übersah das grosse Material der Mischna und beschloss, alle besseren Ausdrucksweisen besonders noch in seiner Tosefta zusammenzufassen. Diese sollte zum besseren und jedenfalls richtigeren Verständnis der in der Mischna enthaltenen Gesetze beitragen. Gleichzeitig gibt Scherira eine genaue Darstellung der verschiedenen Baraithoth sowie des Sifra und Sifrö und bespricht die Grundregeln der Halacha, nach denen bei Widersprüchen zwischen Mischna und Baraitha zu entscheiden ist. ') Beachtenswert ist, dass Scherira auch hier nicht von der geschrie״ benen Mischna, auf die sich offenbar die Frage bezog, sondern von der mündliehen Behandlung im Lehrhause (מנינן ,תני להי) spricht.

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