Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 294)
- Language
- German
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234 ist und daher nach dem allgemein angenommenen Grundsatz סתם מתדתן ר״מ einzig dem Rabbi Meir zugeschrieben werden müsste. Nun sind aber die meisten Tannaiten, deren Namen in der Mischna angeführt werden, Schüler des Rabbi Akiba, und auch die Hauptregeln, nach denen man sich bei halachischen Meinungsverschiedenheiten gewöhnlich richtet, gehören einer späteren Zeit an. Es muss also auffallen, warum die Früheren nicht deutlich alles angegeben haben, da sie doch auf solche Weise den Streitigkeiten der späteren Gelehrten vorgebeugt hätten. Wenn man aber annimmt, dass bis auf Rabbi von der Mischna nichts niedergeschrieben worden sei, dann ist diese Unterlassung noch erstaunlicher, weil ja durch sie der Erklärung der überlieferten Lehre ungegemein grosse Schwierigkeiten erwachsen sind. Welchen Grund hatten sie ferner, als sie bei der Zusammenstellung der Mischna Joooa vor Schekalim, Sukkah vor Beza und beide vor Roschhaschana, ebenso alle anderen Traktate in anderer Reihenfolge gesetzt haben, als zu erwarten war. Auch auf die Tosefta, von der sie gehört hatten, dass Rabbi Chija sie geschrieben habe, erstreckte sich die Frage. Wenn Rabbi Chija nach der Mischna oder gleichzeitig mit derselben seine Tosefta geschrieben hat, dann wollen sie erfahren, welchen Zweck er damit verfolgt. Bildet die Tosefta wirklich — wie ihr Name besagt — nur eine erläuternde Ergänzung der Mischna, dann entsteht die Frage, warum Rabbi die Erklärung der Mischna anderen überlassen hat, da er sie ja selbst hätte schreiben können. Sind ja dieselben Weisen in der Tosefta angeführt, die bereits in der Mischna erwähnt waren. Ebenso wollen sie erfahren, wie alle Baraitot und auch der Talmud geschrieben wurde. Und da sie bei der Frage der Entstehung des Talmuds angelangt waren, knüpften sie daran gleich die Frage über die Reihenfolge der Saburäer, wie diese nach Rabina folgten u. s. w. Damit beginnt der zweite Teil der Anfrage, der sich mit der Reihenfolge der Weisen und überhaupt mit dem im engeren Sinne historischen Teil befasst. Die Antwort Scheriras zerfällt demgemäss auch in zwei Teile. Der erste Teil ist im Grunde allgemein erläuternd, der zweite ordnend und historisch zusammenfassend. Im ersten Teile erklärt Scherira in sehr ausführlicher Weise die Lehrmethode und die allgemeinen Regeln der überlieferten