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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 293

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 293)
Language
German
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233 ein geschichtliches Werk zu liefern. Er schickte sich nur an, die von der Gemeinde zu Kairowan an ihn gerichtete Frage ausführlich zu beantworten. Dabei hütete er sich, bei anderen als die Frage selbst betreffenden Dingen länger auszuholen, als notwendig war. Und dies tat er mit vollendeter Meisterschaft. Er dehnte zwar an manchen Stellen seine Erklärungen etwas weiter aus, verlor aber nie das Ziel, das ihm gesetzt war, aus dem Auge. Er war sich stets dessen bewusst, dass er blos eine Frage zu beantworten und nicht ein Geschichtswerk zu schreiben hatte. Unsere Ansicht findet in den Worten des Scherira selbst ihre Bestätigung. Wir ersehen aus der Frage, dass die Gemeinde von Kairowan ihn nur über die Reihenfolge derSaburäer und der Vorsteher der Lehrhäser (Geonim), nicht aber über die Zeit der Tannaiten und Amoräer befragt hatte. Und als Scherira in seiner Beantwortung doch bei diesem Punkte etwas verweilen muss, fühlt er wohl, dass er von der eigentlichen Frage abweicht und führt — wie zur Entschuldigung — an, dass er es zur besseren Erläuterung für nötig erachte, die Ereignisse dieses Zeitabschnittes, der den Saburäern vorangeht, in einigen Strichen aufzuklären, weil in die bisherigen Darstellungen sich Irrtümer eingeschlichen haben. Er schreibt also: ודבעיתון רבנן סבוראי האץ בסדרו בתר רבינא ומי מלך אתריהם מאותו זמן ועד עבשו—חזינא לפרושי לנון עיקרי ד ד. א מ ל תא והיכין הות ראשנותא דישראלנןקדםוהיכין אפליבין תרתי מתיבתא משום דאית בה במלתא שבשתא. Wenn er es nicht für notwendig gefunden hätte, wäre er natürlich sofort an die Beantwortung ihrer Frage gegangen. Diese zielbewusste Ordnung hält er auch dann, abgesehen von einigen ausführlicheren Schilderungen der Lehrmethode und talmudischen Regeln im ersten Teile seines Sendschreibens, gewissenhaft ein. Wir dürfen uns daher nicht darüber wundern oder gar uns aufhalten, dass Scherira so manches geschichtliche Moment unberührt liess, wir sollten vielmehr die Korrektheit loben, in der seine Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen durchgeführt ist. Der erste Teil der Anfrage beschäftigt sich mit dem Problem der Niederschrift der Mischnah. Die Frage lautet: Wie ist die Mischna geschrieben worden? Hat die Niederschrift bereits bei den Männern der grossen Synode begonnen, dann ist doch auffallend, dass der grösste Teil ohne Namensnennung (סתם) geschrieben

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