Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 281)
- Language
- German
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221 des Bieres aus Gerste wohl bekannt war, womit nach Aboda zara 8 b die Vorbereitungen zu Hochzeitsfestichkeiten eingeleitet wurden 1). Eine ungeheure Bedeutung für Babylonien hatte die Dattelpalme, welche in dem holzarmen Lande alle Bedürfnisse befriedigte. Schon Herodot (1,193) sagte: ״Bäume trägt es sonst gar nicht2), keinen Feigen- und keinen Ölbaum“. Darum hat auch B. Chisda zwar alle anderen Schlüssel, aber nicht die zur Holzkammer seinem Diener anvertraut 3) (Gittin 56 a.) Die Frucht gab Speise und Trank (Dattelwein), der Kern Futter fürs Vieh, das Holz wurde als Bauholz verwertet oder zu Tischen, Leuchtern oder anderen Hausgeräten, der Bast zu Stricken, die Fäden zu Sieben verarbeitet4). Bemerkenswert ist, dass die ältesten Quellen, wie Hehn ausführt, die Dattelpalme noch nicht als Fruchtbaum kannten 5). Hommel 6) weist darauf hin, dass die Babylonier zwar die Palme kannten, diese jedoch mit einem neugebildeten Worte ״mussukanu“, d. i. dialektisch akkadisch ״mus-ukin“ (ukkin=H01z) bezeichneten. Möglich, dass die in der Einleitung zu Echa angeführte Stelle, welche berichtet, dass man in Babylonien die Dattelpalmen erst 40 Jahre vor der Übersiedlung der Juden pflanzte, mit der in späterer Zeit erfolgten Veredelung der Dattelpalme in irgend einer Beziehung steht. Fruchttragende Palmen spielten freilich schon zur Zeit Hammurabis eine grosse Bolle im Leben der Babylonier. Der Talmud kennt den Unterschied zwischen der aramäischen und der edleren persischen Edelpalme 7), der auch bei der Bemessung der Steuer zur Geltung kam8). Es war aber dies nicht deshalb der Fall, ״weil im glühenden Sande *) Vgl. hingegen Tosaph. z. St. und Funk, Juden in Babylonien 1,14 Anmerkung 4. 2) Nur Cypressen soll nach Jalkut (zu Jesaja 14,8 ed. Warschau Nr. 417) Nebuadnezar von Palästina nach Babylonien verpflanzt haben. 3) Gittin 56 a. 4) Gen. r. 41 a und Schocher tob zu Ps- 92, 11. Vgl. dazu Hehn, Kulturpflanzen und Haustiere, S 217. B) Siehe Ritter, Erdkunde XIII, 771. 6) Aufsätze und Abhandlungen, MTr.chen 1892, S. 92. 7) Baba kama 59 b, Sabbath 29 a 8) Siehe oben S. 9.