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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 280

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 280)
Language
German
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220 häufig nur als 1 חושלאj — ausgedroschenes oder ausgeklopftes (Korn). Auffallend ist es, dass Sesam, der in Babylonien von grosser Wichtigkeit war, nicht besteuert wurde. Die Babylonier hatten nach Tosephta Sabbath II (ed. Zuckermandel S. 111) nur Sesamöl. ״Sie haben kein anderes Oeltf, sagt auch schon Herodot (I, 193) von den Babyloniern, ״als das, welches sie aus Sesam bereiten*. Nach Tabari soll der besiegte römische Kaiser Valerian gezwungen worden sein, statt der ausgerotteten Dattelpalmen und sonstigen Bäume Oliven zu. pflanzen 2). Zur Zeit Chosrau Anosarwans (531—79) müssen die Oliven jedenfalls schon sehr verbreitet gewesen sein, da auf je sechs Olivenbäume ein Dirham Steuer gelegt wurde3). Sie waren also sechs gemeinen Palmen gleichgestellt. Ausser den besteuerten Pruchtgattungen gab es noch verschiedene Erdfrüchte, Melonen, Gurken und zahlreiche Gemüsegattungen, die nicht besteuert wurden, aber im Wirtschaftsleben der Babylonier eine grosse Rolle gespielt haben. Hervorgehoben sei nur noch die Pflanzung von Hopfen, die im Talmud erwähnt wird4)• כשרת Hopfen. So übersetzt schon R. Gerschom5) כשותא ״ הומלון כמיל בלשון ינקhumulus, böhmisch: clrniel“. Bier aus Gerste wird ausser der angeführten Stelle noch Sabbath 139 b, Moed Katan 12 b und Baba bathra 96 b ausdrücklich erwähnt. Raschi hat daher Recht, wenn er das Einweichen der Gerste als Bereitung des Bieres erklärt, da den Babyloniern die Bereitung 1l Chullin 5! a, Baba tn. 116 a, Baba b. 36 a u. a. St. הושלא wird von Kohut (Aruch v. חושלא) falsch nach dem Arabischen mit ״trocken“ übersetzt. Die einzig richtige Erklärung des Wortes gibt der Talmud Joma 79 a oben: מיקרי (so n. d. Handschr. zu lesen) לחה שבולת מיקרי שלא בקליפתה הו *לא. Vgl. Delitzsch Assyr. Handwörterbuch S 294 "השל hasalu zerschlagen, zermalmen; vom Getreide gesagt vielleicht: dreschen oder ausklopfen“. Es ist also nicht ״trockene“, sondern ״ausgeklopfte“, ״ausgedroschene“ oder zerschlagene, zermalmte Gerste (Graupen) gemeint. Aus dem Assyrischen ist auch ביעי ״ חשילתאzerdrückte Eier“ (Chullin 93 a) und davon השלי דודי (Kethub• 77 a= Kesselschmiede) zu erklären. Vgl.. den Kommentar des R. Gerschom zu Chullin: . . . בצים מעוכים כמו מעוך וכתות. Nöldeke, Tabari, S. 66. י) Daselbst S. 245. *) Baba mez. 42 b und sonst« 5״) ln einer Handschrift, mitgeteilt von Kohut Aruch s. v. כשות.

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