Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 279)
- Language
- German
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219 Dattelpalmen, ölbäume und Luzerne 1). Über die Wertschätzung dieser Bodenerzeugnisse belehrt uns der Steuertarif Chosraus. Er legte auf jeden Garib Land, der mit Weizen oder Gerste besät war, 1 Dirham (dem Silberwert nach ungefähr 10 Pfennige) auf den Garib Weinland 8, auf den Garib Luzerne 1, auf je 4 persische Dattelpalmen 1 Dirham, auf je 6 gemeine Dattelpalmen und desgleichen auf je 6 Olivenbäume 2). Masüdi 3), welcher die gleichen Sätze hat, ergänzt für den Garib Reis 1 5/2+1/3==5/6 Dirham. Bemerkenswert ist der hohe Steuersatz auf Luzerne אספסתא *) welche Bezeichnung Nöldekeö) als Pferdefutter deutet. Als solches hatte der Luzern in Jran, wo die Pferdezucht eine ungeheure Bedeutung besass, einen grossen Wert und wurde zur Zeit Chosraus (431—79) siebenmal so hoch besteuert, als Weizen oder Gerste 6 *). Ein Garib Land, mit Weizen oder Gerste besät, war mit einem Dirham, ein Garib Luzerne mit sieben Dirham besteuert. Dies stand wohl auch mit der allmonatlichen Ernte (Baba b. 29 b) in Zusammenhänge, welche der üppige Boden Babyloniens ermöglichte. Ohne Zweifel ist diese Kleegattung identisch mit dem von den Alten hochgeschätzten ״medischen Kraut“, welches nach Pliniusד) sechsmal im Jahre gemäht werden konnte und aus Medien nach Italien gebracht wurde 8). Wie hoch diese Futtergattung in talmudischer Zeit geschätzt wurde, geht aus Sanhedrin 93 a hervor, wo von Samuel berichtet wird, dass sie von Daniel eingeführt wurde. Neben dem erwähnten Kraftfutter, wird im Talmud9) auch Gerste als Yiehfutter erwähnt, J) Vgl. Nöldeke Tabari S. 244. *) Ebendas. *) Goldwiesen, ed. Barbier de Meynard 11,204. 4) Baba bathra 20 b, 28 b und Raschi zu dieser letzteren Stelle. 5) Karnamak R. 54, Anm. 1 und ZDMG XXXII, S. 408. 8) Siehe Nöldeke Tabari, S. 245.?) Hist. nat. XVIII, 43. 8) Gibbon, Geschichte des Verfalls, deutsch von Sporschill, S. 42. Vgl. noch Hehn, Kulturpflanzen und Haustiere, 3. Aufl. S. 31% und die Lexika s. v ratba und fisfisa, die arabischen Bezeichnungen für Luzerne, syr. pespesta, persich aspest, daher das talmudische *110*0»», siehe auch Nöldeke Tabari S. 245, Note 1• 9) Kethuboth 77 a.