Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 225)
- Language
- German
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165 ohne dass es böswilligen Auslegungen gelingt, ein so verabscheuen swürdiges Delict auch nur im geringsten zu beschönigen. Da nun ernstliche Anzeichen dafür vorhanden sind, dass sich leider in unserer Mitte Mitschuldige (cumplisses) befinden, welche es nicht allzuschwer sein dürfte zu ermitteln, um demgemäss das Uebel aus Israel zu bannen, hat der Vorstand mit Rücksicht auf den Ernst der Sachlage beschlossen, von vergangenen Verbrechen abzusehen; er wird jedoch gegen derartige Handlungen, deren, wolle Gotte, sich in Zukunft kein filho de Israel schuldig machen wird, mit allem Nachdruck und aller Strenge Vorgehen. Zu diesem Ende verpflichtet sich und verspricht der Vorstand sowohl in seinem Namen wie namens derjenigen, welche nach ihm die Leitung der Gemeinde wahrnehmen, mit allem Eifer, aller Sorgfalt und allem Fleisse in wachsamer Weise auf etwa Rückfällige oder des besagten Delicts der Angeberei Schuldige zu fahnden und zwar ohne Rücksicht auf die Person, sondern lediglich geleitet durch den Eifer für den Dienst Gottes und die Beobachtung Seines Gesetzes; denn es ist die Absicht, einen derartigen Uebeltäter wie einen Excommunicierten (anatema) aus der heiligen Gemeinde auszuschliessen, anszurotten und auszustossen, ohne Mühe, Geldopfer und Anstrengung zu scheuen, bis ihn die verdiente Strafe erreicht hat; und gilt dies für. Personen jeder Art, gleichviel welch’ Standes sie seien, sowohl die z. Z. in hiesiger Stadt lebenden wie die, welche in Zukunft hierher kommen oder auf der Durchreise sich befinden. Auch wird jeder, welcher in Zukunft Kenntnis davon erhält, dass jemand das göttliche Verbot Übertritt, hiermit in nachdrücklicher Weise darauf hingewiesen, dass er bei Strafe der Berachä verpflichtet ist, sofort einem ihm beliebigen Mitgliede des Vorstandes hiervon Anzeige zu machen, welches Mitglied bei derselben Strafe die Sache geheim zu halten hat. scheinlich auf jüdischen Einfluss zurückzuführende Hebraismen. Zwei weitere Beispiele mögen genügen: 1. Der Portugiese sagt, als Ausdruck des Wunsches» in dem Sinne unseres »Wollte Gott!״: Quem me dera (wörtlich: ״wer gäbe mir״)» ähnlich dem hebräischen מי יתן. 2. Eine spanische Redensart lautet: Su alma en su palma, eine Wendung, welche sich wörtlich und auch dem Sinne nach mit dem hebräischen נפשו בכסז vollständig deckt