Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 224)
- Language
- German
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164 Am 20. Adar. Man hatte die Herren Semuel de Casseres und Yshack Seneor beauftragt, mit Jeonatan Israel Kücksprache zu nehmen, um ihn zu veranlassen, in der Sache mit Izaque Gaon bezüglich des Nachlasses (fato que deixou) der Frau Bibqua Peres Schieds-' richter zu ernennen. Der H. H. Mosseh Israel gab im Namen des Jonatan Israel das Versprechen ab, dass dieser innerhalb 15 Tagen oder spätestens 8 Wochen, gleichviel ob er Order von Mosseh Vguelo habe oder nicht, Schiedsrichter ernennen werde, wohlverstanden nur bezüglich der hier erhobenen Forderung wegen des Nachlasses. Seitens der H. H. war beantragt worden, die regelmässige Unterstützung des H. H. Koby Mosse Dayän, mit Bücksicht auf dessen Tugend (Frömmigkeit) und Ansehen, zu verlängern. Der Entscheid lautet: Dass es nicht angebracht sei, irgend einem der Tudescos noch ferner regelmässige Unterstützung (Tamid) zu gewähren. Es werden dem Genannten aber zu den Feiertagen cdfr 18.— bewilligt. Am 24. Adar. (Uebersetzung.) Da zu wiederholten Malen bei dem Vorstande Klage darüber geführt worden, dass sich leider (por pecados) Personen unter uns befinden, welche, zum Nachteile sowohl der Allgemeinheit unserer Nation wie der einzelnen, Denunciationen bei den Gerichtsbehörden anbringen, und da man hiergegen Abhülfe zu schaffen wünscht, beriet der Vorstand über die zu diesem Zwecke zu ergreifenden Mittel. Nachdem man verschiedene Wege als mit Schwierigkeiten verknüpft befunden hatte, wurde schliesslich, nach Einholung des Gutachtens der Herren H. H., beschlossen, die nachfolgende Bekanntmachung zu erlassen: Die Sünde der Angeberei (malsineria) *) ist eine so abscheuliehe und verwerfliche, dass sie selber vor dem göttlichen Eichter- Stuhl gegen den verruchten Übeltäter die Stimme erhebt. Es genügt eine kleine Anregung, um Seele und Körper zu vergiften, י) Malsinaria (Angeberei) und Mals im (Angeber) sind beide klassisches Portugiesisch. Letzteres ist unzweifelhaft das Hebräische מלשין. Sowohl im Spanischen wie im Portugiesischen finden sich noch mehr derartige, wahr-