Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 213)
- Language
- German
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153 regt hatte. Ägyptens König Apries wollte Tyrus dafür züchtigen, hatte aber mit seinem Feldzug keinen Erfolg. Nun, die Bache für solche Treulosigkeit und Zweideutigkeit blieb nicht aus; sie war reichlich verdient, ganz besonders auch durch die geschilderte Schadenfreude, mit der Ezechiel seine Prophetie beginnt, in der er die auch durch Josephus (Ant. N, 11 und Contra Ap. I, 21) bezeugte dreizehnjährige Belagerung von Tyrus unmittelbar nach Jerusalems Zerstörung ankündigt. Dieses Mal sollte die insulare Lage Tyrus nicht vom Untergang verschonen; denn Nebukadnezar ״wird gegen dich einen Bing errichten und einen Wall aufwerfen und ein Schilddach gegen dich hersteilen. Und den Sturm bock lässt er an deine Mauern stossen und deine Türme reisst er nieder mit Eisen.“ (Ezechiel XXYI, 8 — 9.) Und warum das alles? ״Menschensohn! Weil Tyrus Jerusalem gegenüber ansgernfen hat: ״Ha! Erbrochen ward das Tor der Völker, hat sich mir zugewendet. Ich will mich bereichern an der Zerstörten!“ Darum spricht mein Herr, der Ewige, sieh, ich komme an dich, Tyrus, und lasse gegen dich aufziehen viele Völker, so wie das Meer aufsteigen lässt seine Wogen. Und sie vernichten die Mauern von Tyrus und zerstören seine Türme, und ich fege ihr Erdreich von ihr und mache sie zum nackten Felsen. Ein Trockenplatz für Netze soll sie werden inmitten des Meeres; wahrlich ich habe es gesprochen, so ist es der Ausspruch meines Herrn, des Ewigen. Ja, sie soll zur Beute für die Völker werden!“ (XXVI, 2—5.). Ezechiel lässt alle Inseln des Meeres erschreckt sein von der Kunde des Falles von Tyrus und eine ergreifende Kinoh anstimmen. Er selber beginnt ein wundervolles Klagelied, indem er nochmals, wie wir oben gezeigt haben, Tyrus unter dem Bilde eines Schiffes darstellt, zu dessen Bau und Befrachtung alle Völker und Länder sich die Hände reichen. Da plötzlich am Tage seines Falles sinkt das Wunderschiff mit all seiner Pracht und seinem Reichtum ins Meer, ein Entsetzen für alle, die seine Macht und Stärke für unüberwindlieh hielten. Die Ruderer und Kapitäne der Schiffe verlassen ihre Fahrzeuge, retten sich ans Land und beginnen über Tyrus zu klagen, über die Meeresbezwingerin, die reiche, die von ihrem Reichtum Königen spenden durfte. Die Kaufleute unter den Völkern freuen sich; Tyrus war der Konkurrenz ein Schrecken: