Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 208)
- Language
- German
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148 Leute aus Sidon und Arwad und als Schiffszimmerleute, die die Bisse und Lecke auszubessern hatten, die Bewohner von Gebal oder Byblos. Wer aber waren die Kapitäne des Schiffes? Nattirlieh nur die klugen Söhne von Tyrus selber. (V. 1—11) Das Schiff steht nunmehr fix und fertig in voller Bemannung vor unseren Augen. Wir sind gespannt, von seiner Pracht zu hören, neugierig, zu wissen, welche Länder sie Zusammentragen. Auch das kündet uns Ezechiel. Die spanischen Kolonien, Tarschisch an der Spitze, lieferten nach Tyrus oder, um im Bilde des Propheten zu bleiben, befrachteten das tyrische Schiff mit Metallen, Silber, Eisen, Zinn und Blei. Diese Metalle waren zum Teil einheimische, in Spanien ausgehobene, zum Teil waren sie wahrscheinlich aus Britannien nach Tarschisch eingeführt. Aus Kleinasien (Jawan) und den kaukasischen Ländern am schwarzen Meer (Meschech) bezog Tyrus schon fertige kupferne Geräte und vor allem Sklaven; die Kaukasier galten als ein besonders schöner und kräftiger Menschenschlag. Armenien (Beth-Thogarma) war die Bezugsquelle für Pferde, Streitrosse und Maulesel. Aus Afrika, von der Küste des roten Meeres, aus dem Lande der Dedaniten brachten die Tyrer Elfenbein und Ebenholz in ihre warengefüllte Stadt. Ein besonders reger Handel entwickelte sich zwischen Syrien (Aram) mit seiner Haupt־« stadt Damaskus einerseits und Tyrus andrerseits. Aram war Liebhaber für Kunstarbeiten, für die Tyrus Weltruf genoss, und gab dafür Purpur, Buntstickereien, Bvssus, Granat, Korallen und Karfunkelsteine. Speziell für Syriens Hauptstadt Damaskus berichtet Ezechiel, dass sie eine blendend weisse Wolle und den im Altertum hochgerühmten Helbon־ Wein nach Tyrus einführte, der am Fuss des Libanon wuchs. Ganz besonders dürften uns die Importartikel aus dem jiidisehen Land, dem südlichen Nachbar, interessieren. Es sind lauter Bodenerzeugnisse, die Ezechiel nennt, Weizen (aus Minnith) Hirse, Honig, öl und Balsam, die aus den Reichen Juda und Israel nach Tyrus gelangen, wiederum ein Beweis für die Unwahrheit der Behauptung, dass Israel seit seinem ersten Auftreten in der Geschichte den Handelsgeist repräsentiert habe. So wie unter König Salomo und später von allen Propheten das jüdische Ideal des sozialen Lebens mit dem Wort umschrieben ist: ״Ein jeder