Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 207)
- Language
- German
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147 herrliches, anschauliches Kapitel (Ezchiel XXYH1). Die Planken des Schiffes waren aus Cypressenholz gezimmert, das der Hermon liefern musste. Der Mastbaum war aus Cedernholz, auf ddta Libanon gewonnen, hergestellt. Die Kuder waren aus Eichenholz gefertigt, das man aus dem waldreichen Baschan im Ostjordanland bezog. Die Bretter des Schiffes waren aus Buchsbaumholz gewonnen, das von Cypern und den kleinasiatischen Inseln nach Tyrus eingeführt wurde. Die Bretter selber waren ausgelegt mit Elfenbein. Byssus mit herrlicher Buntstickerei, herbeigeholt aus dem kunstfertigen Ägypten, bildeten die Segel und die Wimpel des Schiffes. Die Decken auf dem Schiff waren hergestellt aus violetter und purpurroter Wolle, deren Bezugsquelle die Inseln Griechenlands bildeten. Als Ruderknechte fungierten die *) Das in diesem Kapitel sich oft wiederholende Wort עזבק ist wohl seiner Ableitung nach nicht klar. Es muss indessen dem Zusammenhang nach sicher entweder ״Waren das von den Karawanen Zurückgelassene11 (Vgl. Gesenius W. B.) oder vielleicht ״Speicher“ bedeuten. ״ גתני בעיביבח־sie legten es in deine Speicher hinein“ oder ״sie gaben es als deine Waren“. Wie dem nun auch sein mag, wäre es doch wohl möglich, in der Phrase עצוד ועזוב (V. M. 32, 36) in עזוב ein Derivativum zu sehen, so dass man dort über' setzen könnte ״bis dahin ist die eingeschlossene und aufgespeicherte Ware“, d. h. also Gott wird sich erst dann wieder über sein Volk erbarmen, ״wenn er sieht, dass jegliche Hand (= Hilfe) geschwunden ist und dahin ist Eingeschlossenes (etwa Gold und Silber) und Aufgespeichertes (also Handelsartikel)״, d. h. wenn alle materiellen Mittel dem Volke benommen sind. Mecklenburg in seinem .ור.בתב ד.קבלר greift gleichfalls auf עזבק bei Ezechiel zurück, gibt aber der Phrase einen etwas anderen Sinn. Jedenfalls würde eine solche Übersetzung eher befriedigen, als die Gleichsetzung dieses Ausdruckes mit ähnlichen Alliterationen, bei denen man sich begnügt, ohne jede ernste Ableitung, eine deutsche Alliteration an die Stelle zu setzen. — Vielleicht dürften wir in diesem Zusammenhang auf eine weitere bisher ganz unverständliche Alliteration hinweisen und den Versuch einer Erklärung wagen. Es ist die Stelle ער וענה in Maleachi II, 12. Die Unzulänglichkeit der bisherigen Erklärungen ist bekannt (vgl. auch Gesenius W. B.). Wenn man יער als den ״Wächter“ und ענה als den ״Sänger“ übersetzt (vgl. IV M., 21, 17 ענו לה) — es handelt sich ja um die Priester und םג*מ מנהה steht in Parallele —, so ergibt das einen befriedigenden Sinn. Ich habe schon als Student meinem hochverehrten Lehrer Herrn Professor Barth diesen Vorschlag gemacht. Derselbe meinte nur, dass man allerdings ein nomen actoris an der Stelle erwarte und kein Paiticip, dass man aber diese Übersetzung wohl akzeptieren könne, so lange man nichts Besseres habe.