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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 204

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 204)
Language
German
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144 jungfräuliche Tochter Sidons! Nach der Chittim Lande mache dich auf, ziehe hinüber! Auch dort wirst du keine Ruhe finden. Sieh’ da ist das Land der Chaldäer, ein Volk, bis jetzt noch nichts gegolten — Aschur hat es für die Wüstentiere gegründet!־־־־ sie errichten ihre Belagerungstürme, erschüttern seine Paläste, machen es zum Trümmerhaufen. Heulet, ihr Tarschisch-Schiffe! Denn vernichtet ist euere Feste.“ (V. 10—14.) Wir sehen also, dass Tarschisch jetzt nicht mehr durch tyrische Zwingherrn in seiner Bewegungsfreiheit gehindert wird, dass Cypern, dass die griechischen und kleinasiatischen Insel-Kolonien nicht geneigt sind, sich Tyrus ferner zu beugen, ja ihm nur einen ruhigen Zufluchtsort zu gewähren. Die Chaldäer, sei es als Heeresteil der Assyrer, sei es als bereits selbständiges Volk, vollbringen das Werk der Zerstörung. Doch wird diese Zer- Störung nicht ewig dauern: ״Und es wird geschehen an diesem Tage, da wird Tyrus vergessen sein siebzig Jahre, wie die Tage eines Königs. Nach Verlauf von siebzig Jahren wird es Tyrus ergehen wie in dem Lied der Buhlerin: ״Nimm deine Zither zur Hand, laufe herum in der Stadt, vergessene Dirne! Spiele scbön die Saite, singe immer wieder, damit man wieder dein gedenke.“ Und es wird geschehen nach Ablauf von siebzig Jahren wird der Ewige Tyrus wieder bedenken und es wird wieder zurückkehren zu seiner Buhlerei — d. h. es wird seinen Kunden nachlaufen — und es wird den Hof machen allen Reichen der Erde auf der ganzen Erd- Oberfläche. Und es wird sein Erwerb und sein Buhlerlohn heilig sein dem Ewigen; er wird nicht mehr aufgespeichert und verwahrt, sondern denen, die vor Gott wohnen, wird ihr Erwerb gelten zum Essen, zur Sättigung, zu stattlicher Kleidung.“ Der Prophet stellt also ein Wiedererwachen von Tyrus und seinem Handel nach siebzig Jahren in Aussicht und verkündet, dass sein Reichtum Gott zu Ehren verwandt werden wird. Viele nehmen an, dass auch diese Prophetie des Jesaias die Eroberung durch Nebukadnezar im Auge hat und der Schluss sich darauf bezieht, dass auf Cyrus’ Befehl die Tyrer und Sidonier zum Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem das Holz aus den Cedernwäldern des Libanon herbeiholten und zur See verfrachteten, wie es im Buche Esra (DI, 7) berichtet wird.

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