Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 201)
- Language
- German
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141 den Namen der karthagischen Feldherren Hannibal, Hasdrubal u. s. w. wieder finden, der leider von Phänizien aus in Israel eingedrungen ist und dort viel Unheil gestiftet hat. Der Baalsdienst und der seiner Gattin Astarte oder Aschera ist grober, mit den fürchterlichsten sittlichen Ausschreitungen verbundener Götzendienst; er scheint sogar das Menschenopfer zu verlangen. Noch zur Zeit der Belagerung von Tyrus durch Alexander haben einige der Tyrer, um den Götzen, angeblich den Saturn, ihrer Rettung günstig zu stimmen, einen Knaben zu opfern geraten, wie Curtius berichtet (1Y. B. Kap. 3, 23). Die Karthager sollen nach derselben Quelle in Befolgung heimatlicher Ueberlieferungen dieses Opfer regelmässig bis zum Untergang ihrer Stadt gebracht haben. Unter den zu Ehren der Astarte gepflanzten Bäumen fanden Orgien sittlicher Ausschweifungen statt, wie wir dem Schmerzensschrei des Propheten Jeremias entnehmen (II, 20 und 24.) Dieser auch Israel so gefährliche Götzendienst, der sogar das Institut der Tempeldirnen und männlicher Hierodulen kannte, könnte uns schon an und für sich genügender Grund dafür sein, dass Israels Propheten sich oft und eingehend mit Tyrus befassen. Indessen ist es nicht der einzige Grund. Kehren wir zur Lage von Tyrus zurück. König Hiram von Tyrus, der Freund Davids (2. Sam. V, 11 und 12), dem er das Cedernholz für seinen Palast lieferte, ebenso der Freund Salomos, den er durch Bereitstellung von kunstgeübten Arbeitern und den nötigen Materialien beim Tempelbau wirksam unterstützte (2. Könige 5,15) und mit dem zusammen er den bekannten Handel mit Gold betrieb, das sie aus Ophir importierten, (1 Könige IX, 27), hat den erwähnten Kanal ausfüllen lassen, so belass Inseltyrus nunmehr ein Ganzes darstellt. Auch hat er die Insel im Osten durch Erdaufschüttung erweitert; diesen neuen Teil nannte man Eurychorus (Josephus contra Ap. I, 18). Heute gibt es kein Inseltyrus mehr. Wieso das gekommen, mag hier kurz erwähnt werden, wiewohl die zu gründeliegenden Umstände erst später eine bedeutungsvolle Rolle spielen. Schon Nebukadnezar hat, um in die Stadt eindringen zu können, die er dreizehn Jahre belagerte, einen Damm vom Festland zur Insel hin ausgeführt, wodurch Inseltyrus mit Alttyrus verbunden wurde. Alxander hat diesen Damm erneuert, als er seine siebenmonatige Belagerung ausführte. Dieser Damm ist durch Versau-