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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 199

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 199)
Language
German
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139 Tutmes III. und Seti1). Es ist damals also von Ägypten abhängig. Schon damals wurde es nachweisbar yon Königen beherrscht. Die Geschichtsquellen sprechen auch von einer zweiten Gründung von T}rus; dieselbe erfolgt durch Einwanderung hervorragender Geschlechter Sidons im 13. Jahrhundert. Durch diese Tatsache wird die Angabe des Propheten Jesaias, dass Tyrus eine Kolonie Sidons sei, gerechtfertigt. Jedenfalls hat die Tochter die Mutter überflügelt. Tyrus bleibt mehr als ein halbes Jahrtausend die Vormacht Phöniziens bis zum Beginn der neubabylonischen Herr- Schaft. In dieser Zeit entstehen durch Tyrus’ kolonisatorische Tätigkeit die hervorragendsten Siedelungen an sämtlichen Küsten des mittelländischen Meeres. Mit Utika in Nordafrika beginnt die Beihe derselben im Jahre 1101 v. d. tibi. Z. und mit Karthago, gleichfalls in Nordafrika, schliesst dieselbe 840 ab. Dazwischen hinein fällt die Gründung tyrischer Kolonien auf allen möglichen griechischen und kleinasiatischen Inseln, so auf Cypern, dann aber ganz besonders in Spanien, wo Tarsis (Tartessus) jenseits der Säulen des Herkules die Hauptkolonie war. Alle diese Gründungen geschahen im Interesse des Handels, zur Mehrung des tyrischen Reichtums, dessen Schilderungen geradezu fabelhaft klingen. Zugleich waren dieselben Stützpunkte für die Handelsflotte der Tyrier, die die grösste der alten Welt gewesen ist. Nicht nur Tyrus, sondern ganz Phönizien war dem Handel ergeben. Die Phönizier waren die erfolgreichsten Kanfleute der alten Welt. Da sie den nördlichen Teil der Ostküste des mittelländischen Meeres bewohnen, dessen südlichen Teil das Land Israel bildet, das seinerseits den Namen ״Kenaan“ trägt, so bedeutet כנעני schlechthin ״der Kaufmann“. Der Name des einen Teils des Küstenlandes wurde auf das ganze Küstenland ausgedehnt. Dass diese Kaufleute nicht immer ganz reell zu Werke gingen, berichten uns die Propheten: ״Der Kenaani, d. h. schlechthin der Kaufmann, hat eine Wage des Trugs in seinen Händen, zu über vorteilen liebt er.a (Hosea XIV, 8.) Israel selber bildete 1j Diese Notizen, wie sämtliche keilinschriftlichen Angaben, sind, so weit sie nicht in den Kommentaren zu den ProphetensteUen enthalten sind, Jeremias »Tyrus zur Zeit Nebukadnezars“ Leipzig 1891 entnommen» Wir sehen demgemäss von einer Literatur״Angabe im einzelnen bezüglich dieser Stellen ab.

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