Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 193)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3486266-3486279--2686-3488606- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
IBS ter gefördert wird). Dem entsprechend auch מקנבי בדבא Sehabb. 115 ״sie pflegten die welken Blätter des Kohls abzureissen“1). Y. תנא תונא. Dieser talmudische Ausdruck ist seiner Ableitung nach dunkel, während seine Bedeutung durch den Zusammenhang der Stellen2) klar ist. Er besagt überall: ״Der Tanna an unserer Stelle steht auf demselben Standpunkt (wie eine vorher angeführte andere Autorität). So erklärt Baschi zu Sanhedrin 28 a und Jebamoth 56b es durch תנא דידן כמו אבונא אחונא. Ebenso ßaschbam zu Baba bathra 84a mit dem Zusatz ולשון קצר הוא. Das rätselhafte תונא kann kein Particip von תנא * *lernen* sein; dieses würde תני lauten. Auch eine sonstige Verbalform von תנא kann nicht in Frage kommen, weil erstens das ü unerklärbar bliebe3) und weil vor allem das »hier, an unserer Stelle“ gar nicht ausgedrückt sein würde; gerade darauf liegt aber der Hauptton. Ich möchte daher als Vermutung vorschlagen, תונא als Adverb ״hier“ zu fassen. Ein Adverb ״ תנ־ןhier“ findet sich im Syrischen. Es bildet den Gegensatz von ״ תפרןdort“. In dem letzteren ist das Schluss-! bekanntlich ein erweiternder demonstrativer Zusatz; daher findet sich daneben auch תמה, talm. התם ohne dieses n (wie das entsprechende hebr. עמה). — In gleicher Weise ist bei ״ תכןhier“ das Schluss-{ unzweifelhaft derselbe demonstrative Zusatz, so dass ״ תנאhier“ bedeutet. In der Tat findet sich dieses תנה im Papyrus Elephantine Sachau I Z. 21 ״ בל זי תנהalle, die hier sind“, ebenso in dem kürzeren Parallelpapyrus II כלא זי תנה ohne den Zusatz ן. Der volle kurze Vocal, der einst an Stelle des Sch'wä hinter dem ת gestanden haben muss, ist uns von andersher nicht bekannt; es steht nichts l) Levy hat sich das Verständnis dadurch verschlossen, dass er dieses abgeleitete Verbum als Ausgangspunkt angesehen und dadurch das קניבת ירק - als »das Abgekneipte von dem Gartenkraut“ im Gegensatz zu den richtigen alten Erklärungen übersetzt hat. s) Vgl. diese bei Kohut, Aruch completum Vili, 250. *) Der Vergleich Raschis mit אחד־־נא, אבד־נא ist nicht haltbar; denn diese Endung ü findet sich nur bei den drei Verwandtschaftssubstantiven חם, אזז, אב im Stat. constr., sonst nirgends im Aramäischen.