Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 156)
- Language
- German
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96 die Judenn den Christen in Fedder Keilen etwan in ein Seidenn gewandt, eingemacht mittheifen, hierauff sagt er Ja, es uehre Ihme eine Kunst wohl bekandt, man pflegete zerbrochene Nehenateln, Pergament Zeddel mit Charakteren, Jt etzliche Stucken von des Teuffels Kreutern und sonsten allerley hinein zu thuen. 28. Worzu man dann solche Kunst gebraucht, hierauff sagt er, man grabe es den Leuthen bisweilen under die Schwelle und sonsten, wan sie darüber hingehen, müssen sie verkommen und verdorren und let21ich davon sterben n, 29. Ob er dan auch solche Kunst gebraucht und kegen wehme, sagt er ja, er habe sie gebraucht Erstlich kegen Herrn Peter Guebickenn, dann hett ers under seiner Schwelle, das er davon verkommen und letzlich gestorbenn, gegrabenn, Also hat ers auch kegen einen Urban Kemnitzen gebrauchet, welcher an Henden und Füssen verlahmet und endtlichen dauon gestorbenn, 30. Aus was Ursachenn ers gethan hette, sagt der Herr Peter wehre den Juden sehr feindt und wiederlichen gewesen und Kemnitz hette mit allerhandt Wechsel umbgangen, das hette ihn verdrossen, hette ers aus denen Ursachen Ihnen beydenn beygebrachtt, 31. Hierauff ist der Jude ferner befragett, dieweil öffentlich für tage und Menniglichen bewusst, das er viel umb des alten Herrn seligen gedechtnus und Ihre Churf. g. Gemach gewesen und darinnen kommen, wenn er gewoldt, wie und welcher gestaldt er hierinnen kommen wehre, sagt Ja es sey wahr, das er gar viel umb den alten Herrn in dem gemach gewesenn» undt hette der eine Kammerknecht Albrecht Deutzscher zur Zeit einen Schlüssel in der Landmerthuer stecken lassen, denn hette er ausgezogen, und an sich behaltenn, derselbe Schlüssel hette fast alle Thueren in Allenn Gemachenn aufgeschlossen, das er also seines gefallens hette aus und ein kommen können, wie und wan er gewoldt, 32. Wo er dan den Schlüssel gelassenn, sagt wie der fahl mit dem alten Herrn geschehen, habe er den Schlüssel in Abrahams Judens Haus in einen Brunnen geworffen, daselbst würde man den Schlüssel, wenn man Ihn ausschepffcie, wohl findenn, NB. dieser Brunnen ist in Osterfeiertagen des vergangenen 73 (muss heissen: 72) Jhares ausgeschöpffet und der Schlüssel darinnen findenn wordenn, als man aber zu derselben Zeitt uff der Herschafft Verordnung dem Juden durch den Hausvoigt und noch eine darzu verordente Person in der guthe fragen lassen, ob er nicht einen Schlüssel zu Churf. g. gemach in seiner Verwahrung gehabt, hette er solchs verneint und niemals gestehen wollen, 33 Jt. weiter gefraget, Nachdem man nachrichtung hette, das er bisweilen durch verriegelte Thüren in Churf. g. Gemach hat kommen können,' wie das zugangen sey, hierauff sagt er, es habe Ihnen sein Abgodt deme er sich ergeben, bisweilen geholffen daruor er Ihme dan etzlich mahl von seinem Leibe, von seinem Kopffe und von seinen Negeln ein Dankopffer gethann, der sey auch bisweilen daselbst in einer gestaldt eines Menschen,