Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
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58 werden die Teufelswerke, wie sie in dem Zauberbuche verzeichnet, aufgezählt. Um den Menschen Schaden zuzufügen, müsse man einem schwarzen Hahne neun Fäden durch die Zunge .ziehen*, ihn unter Anrufung der zu schädigenden Person in einen Topf tun, diesen aber im Hause der Person, am besten unter der Schwelle, vergraben. Er, Lippold, habe diese Kunst gegen den Münzmeister Conrad Schreck geübt, damit er in der Münze kein Glück habe. Der Hahn sei in der Münze ״in dem kleinen Stublein gegen der Gassen“ vergraben. Um Zwist hervorzurufen zwischen Eheleuten, dass sie einander feind wlirden, müsse manMenschenknochen zu Pulver brennen und dieses mit ״zauberischen Charakteren“ im Namen des Teufels nnd der betreffenden Personen zurichten. Er habe auf diese Weise Feindschaft hervorgerufen zwischen Urban Kemnitz und dessen Ehefrau, so dass sie sich weder hören noch sehen mochten. Vergebens habe die Frau gegen Bezahlung von fünf Talern ihn um Aufhebung der Feindschaft gebeten. Es sei ״nichts darauf erfolgt“. Ausserdem habe er zwischen dem Uhrmacher Baltzer und dessen Ehefrau Uneinigkeit gestiftet, nachdem ihm Baltzers Geliebte fünf Taler gegeben1). Ferner lehre das Zauberbuch, die Liebe der Weiber durch das Pulver eines menschlichen Schädels zu gewinnen sowie Menschen, besonders kleinen Kindern, das Leben abzuschneiden, indem man ihr Badewasser mit gewissen Teufelskräutern vermenge. Bis hierher reichen die Geständnisse der allemeinen Zaubereikunststücke. Den Übergang zu Lippolds Verhalten speziell gegen den Kurfürsten vermittelt Punkt 22. Mit der Begründung, dass er ein Jude und ״von Natur keinem Christen weder treu noch holdt, hinwiederumb auch die Christen den Juden nicht günstig wehren״, wird die Frage gestellt, ob in dem Zauberbuche nicht auch die Kunst stehe, die Gunst und Zuneigung der 1j Es Ist bezeichnend für die Unüberlegtheit der Fragestellung, dass diese Kunst des Feindschaftstiftens unter Punkt 15 als in dem Zauber״ buche stehend vermerkt wird, während Lippold unter Punkt 18 auf die Frage, von wem er diese Kunst gelernt, aussagt, er danke die Kenntnis derselben' der ״alten Priestin“, die auch viele andere Leute darin unter״ richtet habe. In Punkt 26 wiederum gibt er als seine Lehrmeisterin eine ״mittelmässige Christenwitwe״ an.