Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 108

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 108)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486279--2601-3488521
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

48 die Bede, und es ist sehr plausibel, dass er von den Juden ein Plus erhob, das er als seine Besoldung betrachtete. Die Kommission stellt es dem Kurfürsten anheim, ob er diese Summen in Lippolds Sinne anerkennen wolle, empfiehlt aber die Anerkennung, weil Lippold die Reisekosten, die er für Joachim gemacht hatte, wohl ursprünglich als Ausgabe notiert, dann aber wieder abgerechnet habe. — Ferner sollte Lippold einmal von dem ״Kammerjungen“ Teusch 100 Taler empfangen haben, über die keine Berechnung vorliege, von dem Kammerknecht Matthias 252 Goldgulden und 60 Taler, wovon er nur 225 Taler dem Müllermeister ausgezahlt habe, während er sich des Restes nicht entsinnen könne. Auch von dem den Bürgern abgenommenen Silber und Gold ergab sich nach Aussage zweier Bürger ein Minus von 200 Talern, für die kein Ausweis vorlag. Alles in allem muss man bekennen, dass die Prüfung der Bücher für Lippold ein glänzendes Resultat seiner Unschuld ergab. Denn die ihn scheinbar belastenden Aussagen der Bürger wollen bei der Feindschaft, mit der alle Welt Lippold gegenüberstand, nichts bedeuten. Zudem war es ein schwieriges und bedenkliches Unternehmen, nach Verlauf von so vielen Jahren durch mündliehe Zeugnisse eine Bestätigung von Einnahmen und Ausgaben zu versuchen. Irrtümer mussten da mit unterlaufen. Schliesslich war dann noch Lippolds Verbrauch bei der Münze zu prüfen. Auch hier ergab sich für Lippold eine klare Rechtfertigung. Sechs Jahre hatte er die Münze verwaltet. In dieser Zeit hatte er 14093 Mark 1 Loth ״schwarze Platten“ vermtinzt. Darauf hatte er für Unkosten, Zubehör und Arbeit nach genauer Spezifikation 3935 Gulden 5 Groschen 6 Pfennig berechnet. An Geld aber hat er im ganzen 37581 Gulden 10 Groschen 6 Pfennig ausgemünzt. Die Kommission berechnet auch hier ein Mehr von 1768 Gulden 16 Groschen, die der Kurfürst Lippold schuldig bleibt, Lippold hatte übrigens verlangt, dass mau auch seine — ihm offenbar zugesagte — Besoldung von 5 Talern (für die Woche) in Anrechnung bringe, im ganzen für 5 Jahre 1250 Taler. Aber die Bäte beantragen in einem besonderen Bericht, diese Besold ungsforderung nicht in Rechnung zu stellen, mit der bereits oben (S. 24) in anderem Zusammenhänge mitgeteilten Begründung, ״dieweil er keine Bestallung vorlegt, auch Tribut, Privilegien,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.