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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 88

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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…/3486266-3486279--2581-3488501
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Silberkuchen״, den ein Vetter Lippolds namens Arndt in Berlin verkauft hatte. Arndt war darauf ausser Landes gegangen und Hess durch einen böhmischen Juden namens David dem Kurfürsten anbieten, er wolle den Ursprung, ja den Verfertiger des falschen Siiberkuchens nennen, wenn ihm der Kurfürst freies Geleit gebe. Lippold aber hätte den David sofort verhaften und aus dem Lande weisen lassen. Und da schon früher einmal (Punkt 6) ein falscher Silberkuchen und zwar durch Lippolds eigenen Bruder Isaac verkauft worden sei und Lippold nichts gegen seinen Bruder unternommen habe, bis Isaac mit Arndt, dem Verkäufer des zweiten Silberkuchens, zusammen entflohen sei, so falle auf Lippold der Verdacht, dass er an der ganzen Sache mitschuldig sei. Punkt sieben endlich legt Lippold zur Last, dass er die Einfuhr von Silber erschwere. Wie die Mark Brandenburg, so hatten auch die anderen Länder die Ausfuhr von Silber verboten. Lippolds Bruder hatte zu Prag einen in Berlin wohnenden Juden denunziert, dass er aus Böhmen Silber nach Berlin ausgeliefert habe und den Juden darauf ״umb guth leib und leben gebracht1 ״). Die klageführenden Juden nun, die ״ahn fremden orthen״ für mehrere tausend Gulden Silber und Granalien wüssten, wovon sie einen Teil bereits in die Münze gebracht hätten, trügen Bedenken, den Rest beizuschaffen, da Lippold die Herkunft des Silbers wissen wolle und sie fürchteten, auch von ihm denunziert und dann schwer bestraft zu werden. Das Mittel, das in diesen Klagepunkten zu Hilfe genommen wird, die Verdächtigung Lippolds auf Grund von Fehlern, die seine Verwandten begangen, lässt die Konstruktion der Klagen etwas künstlich erscheinen. Die Inkurssetzung der alten Pfennige, die Lippold vorgeworfen wird, mag inkorrekt gewesen sein, geschah aber zum Vorteil des Kurfürsten. Ueberhaupt muss man bedenken, dass Lippolds Rücksichtslosigkeiten stets dem Wunsche entsprangen, den Kurfürsten zufrieden zu stellen. Und wenn auch hie und da Lippolds eigene Tasche nicht zu kurz gekommen sein mag, so büeb er doch immer ein treuer Diener seines Herrn. Leere Verdächtigungen, enthalten Punkt 3 und 4: Lippold habe von den Juden einen Posten von über 200 Talern eingenommen, von dem *) Wie es scheint, stand also auf Übertretung dieses Verbots die Todesstrafe.

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