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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1910-01-01 · VII. 1909 - 5670 (1910) · page 77

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
VII. 1909 - 5670 (1910)
Date
1910-01-01
Page
– (sequence 77)
Language
German
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17 rauf bestimmte der Kurfürst, binnen Jahresfrist nach seinem Kegierungsantritt solle Johann Georg ״unserer natürlichen Tochter Magdalena“, die noch unversorgt, 4000 Taler auszahlen1). Ja, er wusste es sogar durchzusetzen, dass der 1564 auf den deutsehen Kaiserthron gekommene Maximilian Magdalena unter dem Titel einer ״Gräfin von Arneburg“ in den Reichsadelstand erhob2), und bei dieser Gelegenheit schenkte Joachim dem Kinde bare 10000 Taler, welche gegen 6 Prozent Zinsen bei den Städten Alt- und Neustadt Brandenburg angelegt wurden3). So weisen denn auch Lippolds Bücher vielfache Geschenke an Magdalena auf: 1567״. Chf. gn. zu seinem neuen Jhar Magdeleinchen vor Zucker und allerlei andere dergleichen geben 5 Thal er.“ 1568״. In Weihnachten hat er Churf. gn. gebracht, das er Magdeleine geben, Ein Schwartz Sammetnen Junkfrau Bäret mit goldt ausgenedt und gestickt.“ ״Item ein Schachtel mit Buppen, ein gülden Ketten, Konfekt von allerlei Zucker f. 8 Th. in einer Schachtel, wieder ein Schachtel mit Bilder von Zucker gemacht, ein Schreibzeugk für 5 Thaler.“ 1569״. Ein Becher für 91/s Th. hat das H. . .kind Magdelein bekommen und zu Doctor Luthers Hochzeit geschenkt.“ Der letztere Posten zeigt besonders deutlich das innige Verhältnis des Kurfürsten zu seiner Tochter. Es war nur natürlieh, dass Lippold, der in all diese galanten Passionen eingeweiht war und als ihr pekuniärer Helfer gebraucht wurde, dem Kurfürsten immer unentbehrlicher wurde und ihm auch persönlich immer näher trat. Neben dem Liebesieben des Kurfürsten ist es auch sein Luxus überhaupt, der sich in Lippolds Büchern wiederspiegelt4). Unsummen wurden von Joachim, trotz fortwährender Geldnot, für ג) Riedel: a. a. O., S. 180 ff. 2) Der Wortlaut des Adelsdiploms ist veröffentlicht von Holtze: a. a. O. S. 171 ff. 3) Vgl. die mit einem faksimilierten Bilde Magdalenas versehene Monographie von Holtze: a. a. O., S. 171 ff. 4) Über den Luxus unter Joachim II. vergleiche Zi mm ermann a. a. O• S. 301 ff., speziell über seinen ungeheuren Aufwand am Hofe selbst A. Kern: Deutsche Hof Ordnungen des 16. und 17. Jahrhunderts I. Jahrbuch J. L. 0. VII.

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