Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- VII. 1909 - 5670 (1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- – (sequence 67)
- Language
- German
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t Lippolds Familie war aus Prag gekommen und gehörte zu den neuen jüdischen Einwanderern, die zu des Kurfürsten finanziellem Nutzen in der Mark Aufnahme fanden. Das Oberhaupt der Familie hiess Judel Hluchim1). Von seinen Kindern sind aus den Quellen neben Lippold die Namen dreier Söhne ersiehtlieh: Pinkus2), auch Jakob genannt, Isaac.3) und Avigdor4), An einer Stelle ist von Lippolds Stiefmutter und Stiefschwestern die Eede, woraus hervorgeht, dass Judel in zweiter Ehe lebte. Auf welche Weise Lippold5) in die Nähe des Kurfürsten kam, ist nicht ersichtlich. Wahrscheinlich hat er es verstanden, 1) Die Bedeutung dieses Namens ist mir unklar. Die Endung ״im“ deutet auf czechischen Ursprung. Brecht in ״der Bär“, 1*75. S. 99 schreibt Hluch e n und nennt den Vater einen ״Münzjuden“, was sicher falsch ist. Es findet sich keinerlei Anhalt dafür, dass Lippolds Vater schon die Münze verwaltet habe. Sein Name wird auch Chluchim, ja sogar Haluchim gelesen, s. Schwebel: Renaissance und Rokoko, S. 89. 2) ״Binnicus“ ist der Name in der Urkunde bei Stölzel: a. a. O. Nr. 250 geschrieben, und es wird hinzugefügt: ״Jacob Jude genannt'*. Wahrscheinlich trug er die beiden hebräischen Namen Pinchas l~cob 3) Vgl. Beilage 111 im sechsten Punkt der Beschwerden. 4) Vgl. nächste Note. B) Ich wähle diese gebräuchlichste Schreibart des Namens. Es finden sich in den Urkunden noch folgende Schreibarten: Lippolt, Liepott, Leypolt, Leippoldt, Leupold, Leopold, Luppoldt. ln einem jüdisch-deutschen Schreiben, welches aus Prag von einem Verwandten an Lippold gerichtet wurde — ohne Jahreszahl, es ist von Heiratsangelegenheiten die Rede, Mordechai Meisel wird erwähnt tSt-A.) — wird Lippold mit dem Namen;ליבם Liebmann bezeichnet ״Lippold^ ist nichts anderes als Leopold, und es sind nach altem Herkommen die Träger des hebräischen Namens Jom tof (יום טוב), die sich Leopold nennen. Vgl. Zunz: Gesammelte Schriften, II, S. 40. Lippolds hebräische Bezeichnung ist denn auch;ייום טוב ב; יה־א הכה wie aus einem hebräisch-rabbinischen Erkenntnis des Posener Rabbinats in einem Prozess zwischen Lippold und Jizchak ben Ahron hervorgeht. — Die letztere Urkunde liegt gleichfalls in St.-A. Ihr Inhalt ist kurz folgender: Jizchak hat von Lippold 1100Taler und 40 Piozent Zinsen zu fordern, Lippold wird durch seinen Bruder Avigdor vertreten, Jizchak ben Ahron erscheint selbst. Sie vergleichen sich und Jizchak entsagt allen Forderungen. Datum: Mittwoch, den 8. Cheschwan 5330, d. i.!559. Das Rahbinat bestand aus: Josef ben Chiskia, Jonathan ben Mordechai, Raphael ben Ahron. Es liegt endlich ip St.-A. noch ein drittes hebräisches Schriftstück, das Schreiben eines gewissen Josua ben David Selikmann, datiert vom September 72. Auch hier werden Heirats-Vorschläge gemacht, Kandidaten kritisiert, und es werden Personen genannt, die beim Kaiser und bei den