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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 455

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 455)
Language
German
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382 war man um die Ausbreitung der Thora unter Israel besorgt. Wie auch die Verhältnisse sich gestalten mochten, wie ver* schieden die Zufälle und Versuchungen waren, der Standpunkt blieb unverrückt fest, die Thora wurde von den Besseren stets gehalten. Ja, wir sehen sogar, dass so tief ihnen das alles eingewurzelt war, dass, wohin sie auch kamen, sie sich überall die Einrichtungen schufen, die sie nach den Idealen der Thora, die in ihren Herzen sich Boden geschaffen hatten, leben Hessen.“ Homburg v. d. H. Dr. H. Kottek, Die sieben hermeneutischen Regeln Hillels. Die Ansicht der religionsgesetzlich auf freierem Boden sich bewegenden Forscher, dass die dreizehn hermeneutischen Regeln nicht an Moses auf Sinai überliefert wuirden, ist bekannt, ebenso dass diese das Fundament des jüdischen Gesetzgebäudes unterminiert. Diese Forscher nehmen an, dass Hillel der erste war, der überhaupt derartige Regeln aufgestellt hat und die übrigen sich erst nach und nach entwickelt haben, wenn auch Schwarz in der Einleitung zu seinem הגזירה השוה zugeben muss, dass von seiten der Kritik zugestanden werden kann, dass die Hillel zugeschriebenen sieben Regeln vom Sinai tradiert worden sind. Hier soll nun gezeigt werden, dass diese Annahme auf sehr seichter Unterlage gebaut ist. In der bekannten Talmudstelle (Pesach. 66a), in der die Frage behandelt wird, ob das Pesachopfer auch, wenn der 14. Nissan auf שבת fällt, dargebracht werde, werden von Hillel zwei Regeln dafür ins Gefecht geführt: a) גזירה שוה: Da beim Tamid der Ausdruck במועדו gebraucht wird, der sagen will, dass dies auch an Sabbathen geopfert wird, und beim Pesach derselbe Ausdruck in Anwendung kommt, so schliesst derselbe auch für Pesach die Erlaubnis des Darbringens am Sabbath ein und dieser wird verdrängt. b) קל והומר: Auf die Unterlassung der Opferung des Tamid ist keine n^-Strafe gesetzt, dennoch verdrängt es den Sabbath, umsovielmehr das Gebot des Pesachopfers, auf dessen Nichtbefolgung כרת folgt. c) In der Tosefta (Pesachim IV) wird von Hillel auch der היקש, die Gleichartigkeit von Tamid und Pesach inbezug auf deren

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