Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 454)
- Language
- German
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381 die Berufung der Versammlung am Neumond und Sabbath ״Schuld und Versammlung“ bedeute.“ Des weiteren wird dann der bereits von Baale Tossafot erörterte Widerspruch zwischen den Baraithas in Megillah 22 und Chagiga 18, hinsichtlich der Arbeitsenthaltung am Neumondstage, glänzend ausgeglichen, worauf dann Halevy seine diesbezüglichen E! örterungen mit folgenden Worten schliesst: ״Aus alldem folgt nun zweierlei. Erstens, und das ist für uns hier die Hauptsache, dass, wenn man zweifellos schon zur Zeit Sauls und Davids den Tag vor Rosch Chodesch, Tag der Arbeit nannte, im Gegensätze zu Rosch Chodesch, an dem man sich der Arbeit enthielt, dies sicherlich auf einer Anordnung, w elche die Häupter der Thora schon vorher erlassen hatten und die im Volke ausgebreitet war, beruhte : In der Thora ist nicht nur nichts von einem Arbeitsverbote am Rosch Chodesch enthalten, sondern es geht überall hervor, dass am Rosch Chodesch kein Arbeitsverbot existierte. Daher erschliesst sich daraus für uns die Erkenntnis, dass man schon in so alter Zeit, zur Zeit Sauls und Davids, nicht nur nach den Gesetzen der Thora lebte, sondern auch noch Anordnungen der Gelehrten besass, welche zum Schutze des Gottesgesetzes und zur Wahrung heiligen Tuns getroffen waren. Des weiteren sehen wir, dass nicht nur zur Zeit des zweiten Tempels, sondern bereits in den Tagen des ersten, Sabbath und Rosch Chodesch auch in der Beziehung ihren Zwecken dienten, dass an ihnen sich das Volk versammelte, um Thora zu lernen. Ganz besonders noch war dies am Rosch Chodesch der Fall, denn da konnte auch das Volk vom Lande erscheinen und in den Städten sich versammeln, um Lehre und Gebot zu vernehmen. Wie keine zweite, diente diese Einrichtung der Ausbreitung der Gotteslehre in den breitesten Schichten. Das Wichtigste aber hierbei ist die Erkenntnis, dass man auch wrährend der Zeit des ersten Tempels nach den Gesetzen der Thora lebte — w as wir übrigens noch dartun werden. Es waren nur einzelne, welche strauchelten und sich unter der Menge derer verloren, welche an der Thora festhielten und nach ihr lebten. Alles entwickelte sich während des ersten und zweiten Tempels nach feststehenden Normen und Einrichtungen, denn zu allen Zeiten