Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 453)
- Language
- German
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380 auch bei den unter den Völkern zerstreuten Juden finden, wir daraus entnehmen können, dass er so fest eingewurzelt war, dass sie ihn überallhin mitnahinen, wohin sie kamen. In seinem Buche ״Gegen Apion“ I, 22 citiert Josephus die Worte des Griechen Agatharchides, der gegen den Glauben im allgemeinen und besonders gegen die Juden und ihre Bräuche zur Zeit des Ptolemäus Lagi, alsbald nach Alexander dem Grossen, also zur Zeit Simons des Gerechten, spricht, im folgenden: ״Die Juden bewohnen eine sehr feste Stadt Jerusalem, sie pflegen am siebenten Tag sich der Arbeit zu enthalten, und während desselben weder Waffen zu tragen noch den Acker zu bebauen noch irgend einer anderen Beschäftigung obzuliegen; vielmehr beten sie mit ausgebreiteten Händen im Tempel bis zum Abend. Einst zog Ptolemäus Lagi an einem solchen Tage mit Heeresmacht in die Stadt ein . . .“ Der Grieche verhöhnt die Juden, weil sie sich dem Ptolemäus Lagi am Sabbath nicht widersetzten — wir werden darauf zurückkommen. — Jedenfalls aber können wir aus seinen Angaben auf unseren Gegenstand schliessen; denn es ist klar, dass die Juden nicht dasassen und den ganzen Tag beteten, aber der sie verhöhnende Grieche kannte begreiflicherweise nicht den vollen Zweck ihrer Versammlung während des ganzen Sabbathtages und er glaubte, dass sie dort die ganze Zeit über beteten. Es war aber nicht so, sie lernten Thora. Die Angaben beziehen sich auf die Zeit bald nach den Männern der grossen Versammlung, und wir erfahren durch sie auch, dass sie nicht eine Stunde des Tages, sondern den ganzen Sabbath dazu verwandten. Das, was hier vom Sabbath gesagt ist, wird im Makabäerbuche 1, 58 vom Neumond aus derZeit derHasmonäer berichtet. Und wir sehen auch aus dem Buche der Könige, dass diese Versammlungen schon in der Zeit des ersten Tempels nicht nur bei Auserwählten des Volkes, sondern beim Volke allgemein Brauch waren, wie es auch aus Jesaja hervorgeht. Freilich fanden sich Leute, die trotz ihrer Beobachtung dieses allgemeinen Brauches im übrigen vom guten Wege ab wichen, so dass der Prophet sie zurechtweisen musste und ihnen vorhielt, dass das Schlechte mit dem Guten sich nicht vertrage, dass bei ihnen