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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 451

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 451)
Language
German
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Auf dieselbe Erscheinung־ weist auch die Mischna Erubin III, 0 f. 36 hin : ״Man darf an seinen Erub eine Bedingung knüpfen und sagen: Kommt der Gelehrte von Osten, so gelte der Erub nach Osten, kommt er von Westen, gelte er nach Westen. Kommt je ein Weiser von beiden Seiten, so möge ich gehen können, nach welcher Richtung ich will; kommt er weder von da noch von dort, so sei ich wie die anderen Stadtbewohner.“ Auch der Alexandriner Philo bemerkt in seinem ״Leben Mosis“ II, 167, dort, wo er vom Sabbat■h spricht: ״Die Ruhe wurde nicht zu Scherz und ausgelassener Freude benutzt, sondern zum Streben nach der Wahrheit und Thora-Erkenntnis“. Und ebenso sagt er gleich nachher, da, wo er von dem Holz- Sammler in der Wüste spricht, der zu Mose geführt wurde, und berichtet, dass dieser dasass und das Volk unterrichtete: ״So war ihr Brauch zu jeder geeigneten Zeit und ganz besonders am Sabbath, wie ich es bereits erwähnte, sich mit dem Studium zu beschäftigen. Der Gelehrte sass da und belehrte das Volk in dem, was es zu tun und zu lassen hatte. Daraus entwickelte sich der noch jetzt übliche Brauch, dass die Juden am Sabbath dem Studium ihrer Lehre obliegen, die sie von ihren Vätern empfangen und ererbt haben; ihre Synagogen in jeglicher Stadt sind Lehrliäuser, bestimmt für die Weisheit . . .“ Auch Josephus erzählt uns Ant. XVI, 2, 4 Ähnliches. Als die Griechen in Kleinasien sich zur Zeit des Augustus Gewalt• tätigkeiten gegen die Juden zu Schulden kommen liessen, und sie am Sabbath und Festtagen vor die Gerichtshöfe wiesen, und als nachher der Nebenkaiser Agrippa mit Herodes hinkam, trugen die Juden ihm Klagen gegen die Griechen vor und ihr Sprecher Nikolaus von Damascus führte unter anderem aus: ״Der siebente Tag ist bei uns zur Unterweisung in unseren Gebräuchen und Gesetzen bestimmt, damit diese Gesetze, durch deren Befolgung wir vor Sünden bewahrt werden, ebenso wie alle anderen Vorschriften gehörig beachtet werden“. Und dies alles gilt von den Juden, die in der Ferne zwischen der Griechenbevölkerung wohnten. Es geht mithin daraus hervor, dass dieser Brauch bei ihnen so eingebürgert war, dass sie ihn überall, wohin sie zogen und wo sie sich niederliessen, mitnahmen und nach ihm lebten.

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