Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 445)
- Language
- German
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״Die von Monat zu Monat in den Städten angetroffen wurden“ das waren die Frauen, die zur טבילה dahin kamen, weil sie in den heimatlichen Dörfern keine ,מקוד hatten, ein Vorhaben, welches von den Schergen des Antiochus verhindert wurde . . Diese Erklärung ist ganz unmöglich, und zwar aus folgenden Gründen. Von den Frauen, die zur טבילה kamen, kann man nicht sagen: rolg evqioxo^ävoig iv vaig noleOi-, denn diese erschienen ja nicht alle zu einer Zeit von Monat zu Monat, sondern jede zu ihrer Zeit, d. h. tagtäglich, je nachdem die Tebilahzeit herankam. Des weiteren ist es auch deshalb unmöglich, hier an die טבילה der Frauen zu denken, denn nicht nur ist an dieser Stelle der Frauen keine Erwähnung getan, sondern auch der Ausdruck toTg 6vqiöxofifvoig im Masculinum kann sich nur auf Männer, nicht auf Frauen beziehen. Wenn nun Ehrentreu meint, dass die Frauen deshalb von Monat zu Monat in die Städte kamen, weil sie in den heimatliehen Dörfern keine מקרה hatten, so verwechselt er die damaligen Verhältnisse mit den unsrigen. Heutzutage, wo in den Dörfern in der Regel nur wenige jüdische Familien wohnen, können naturgemäss nicht überall מקואות vorhanden sein, damals jedoch, wo die Dörfer Palästinas fast nur von Juden bewohnt waren, ausserdem auch Männer auf טהרות achteten, wird in der Regel jedes Dorf eine מקוה besessen haben, und es wird jedenfalls zu den Seltenheiten gehört haben, dass Frauen sich wegen ,טהרת מקוד in die Städte begaben. Die Sache aber erklärt sich einfach. Die Frage Ehrentreus: ״Wer sind diese, die von Monat zu Monat in den Städten angetroffen wurden? Wo ist etwas von solchen monatlichen Versammlungen bekannt?“ löst sich von selbst, wenn wir die Kapitel 33 und 34 in Halevys Doroth Harischonim I c (S. 324—332) lesen. Es waren Lehrversammlungen zum Studium der Thora, die an jedem Neumond stattfanden und nicht nur während des zweiten Tempels, sondern auch zur Zeit des ersten. Da jedoch die Sache an und für sich ein ganz neues Licht auf jene Zeiten wirft, will ich die betreffenden Kapitel in deutscher Übersetzung citieren: ״Diese wichtige Feststellung über die Feier des Rosch Chodesch in den ältesten Zeiten erleuchtet uns mit hellem Strahle die Übung unsrer Ahnen und ihr Tun und Lassen hin-