Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 431)
- Language
- German
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358 griechisch-rabbinischer Schrift, aber von einem sehr unwissenden Copisten geschrieben. Sie ist voll von Fehlern, die teilweise von einer späteren Hand korrigiert sind84); von ihr stammt auch die Bemerkung, dass f. 45 vor 44 gehört Jede Seite der Hs. hat 28 Zeilen. Wie schon erwähnt, hat 0 wesentliche Zusätze aus späterer Zeit und hat durch das Vorkommen Hais Zunz zu der Annahme einer sehr späten Redaktion unseres Siddur veranlasst. Die Hs. macht gar keinen Anspruch darauf, einen einheitlichen Text zu bieten; wiederholt85) wird ein פדר אחר erwähnt, neben welchem an einer Stelle86) noch ein סדר ברכות vorkommt. Für die אזהרות wird auf einen סדר verwiesen87). Man wird daher bei den ziemlich zahlreichen Stücken, die nur in 0 Vorkommen, sehr vorsichtig sein müssen, wenn auch etliche derselben schon den ראשודם im S. A. Vorlagen88). Auch wenn sie nicht zum eigentliehen Siddur des Gaon gehören, gehen sie jedenfalls auf recht alte Traditionen zurück und enthalten viel Interessantes. So lernen wir aus 0, dass die Gelehrten am Sabbatausgang in der Synagoge einige Zeit dem Gesetzesstudium widmen89), ein Brauch, der wahrscheinlieh mit dem Sagen der קדושה דסדרא zusammenhängt90). Einmal bemerkt der Copist91), er habe ein Gebet (צדוק הדין) verkürzt. 0 resp. die gleich zu besprechende Copie dieser Hs. wurde im 18. und 19. Jahrhundert wiederholt von bedeutenden Gelehrten benutzt. Die Citate aus S. A. bei Isak Josef Nunz Vaes in seinem 92תפלת כל פה) wie die Azulais in den Nachträgen 84) Ich lege überall den korrigierten Text zu Grunde. s5) Nachträge zu 6a18, 8a21, 26. 86) Nachträge zu 6 a!8. 87) Nachträge zu 43a28. 88) Vgl. oben Anm. 54. 89) Nachträge p. 15 (zu 31 b 15). 90) Vgl. die gaonäischen Responsen .שערי תשובי No. 55. G i n z b e r g behandelt diese Frage in seinen Geonic Responsa. 91) Nachträge p. 38. 9ף Anhang zum שיח יצחק auf הגיגה Livorno 1788. Er citiert z- B. f. 68 c בכל מקומות ששותין ומשקין (Nachträge p. 5 zu f. 8 a 21) und f. 70 b ולמשט׳ לא תהי תקוה ס " א אם לא ישובו לברי תך. Er schlägt für das letzte Wort לעבודתיך vor, doch ist לבריתך näher liegend. Gerade die aus der שמונה עשרה angegebenen Lesarten finden wir hier wieder.