Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 425)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3486266-3486275--2017-3488380- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
352 kein weiterer Wert za legen ist. Die Abschreiber verfahren hier mit absoluter Willkür und trugen keinerlei Bedenken, den S. A. nach den ihnen geläufigen Riten zu ״verbesseren“, wofür ein Vergleich von Cod. Brit. Mus. 614 mit seiner Vorlage 0 den schlagendsten Beweis liefert. So hat S für den neunten Ab נחם ה" את אבלי ציון, während 0 und Ed. (f43b) רחם bieten (vgl. Nachträge p. 27). 0 hat die Sätze in נשמת, auf deren Fehlen in Ed. [und S] G. Margoliouth59) hinwies. Ueber die Abweichungen in den Benedictionen des Morgengebetes habe ich schon oben (Anm. 27) gesprochen. G hat die הושענות, die in allen anderen Ilss. fehlen, aber Josef ben Abraham ha־Cohen60) Vorlagen. Die אזהרות, die Isak b. Todros in seinem Exemplare 61) des S. A. fand kommen in keiner der bekannten Hss. vor. Man wird daher bei Untersuchungen über S. A. sich ausschliesslich an den halachischen Teil halten müssen. Nur was in diesem von Gebeten angeführt wird, kann mit einiger Sicherheit Amram zugeschrieben werden. In den Nachträgen sind denn auch Varianten in den Gebetstücken in der Regel gar nicht beachtet worden. Nur wo sie ganz andere Texte bieten, wie in einigen der oben erwähnten Fälle, habe ich davon Notiz genommen62), um dadurch auf die Unzuverlässigkeit der Ueberlieferung hinzuweisen. Aus diesem Grunde sind die Varianten in der שמונה עשרה vollständig verzeichnet, die allerdings auch für die Beurteilung von 0, wie sich später zeigen wird, von grosser Wichtigkeit sind. Ich will an 59) J. Q• R״ XVI 609. Die Sätze fehlen bei Saadia, vgl Zunz, Litera-׳ turgeschichte p. 12 f. 60) Vorrede zu מושעות אל nach Zunz, 1. c. p. 18 Anm. f. Das Buch ist mir leider unzugänglich. 61) Vorrede zu seinem handschriftlichen Commentar zu Gabirols אזהרות I Q. R. VI 704. Neubauer behauptet p. 703 ohne jeglichen Beweis7 dass Amram als Verfasser der אזהרות erwähnt werde; vgl. Zunz 1. c. 62) Es mag mir da manches entgangen sein. Bei der beschränkten, mir in Oxford zur Verfügung stehenden Zeit und der durch die Abkürzung der Gebete in der Ausgabe verursachten Unbequemlichkeit der Arbeit, hielt ich eine solche im Grunde fruchtlose Arbeit für überflüssig und notierte nur was mir zufällig auffiel oder worauf ich, wie bei נשמת, aufmerksam geworden war. Auch bei S habe ich die Texte der Gebete nicht durchgehend verglichen, aber vieles nachträglich in der Hs. eingesehen, wenn sich das Bedürfnis herausstellte.