Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 422)
- Language
- German
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349 Auf Grund dieser Quellen stellte R. Amrani auf Ersuchen des Spaniers Isak ben Simon, der dafür durch Jakob ben Isak 20 5 — (45זהובים für den Gaon und 15 für die Kasse der suranischen Akademie — gesandt hatte, seinen Siddur zusammen. Dieser übte natürlich auf die Entwicklung der Liturgie einen grossen Einfluss aus und wurde von fast allen Decisoren citiert. Trotz seiner anerkannten Bedeutung wurde er aber erst in neuester Zeit weiteren Kreisen durch den Druck zugänglich gemacht. Nachdem S. D. Luzatto46) 1847 Auszüge daraus gegeben und Zunz ihn 1859 in seinen ״Ritus“ vielfach angeführt hatte, veröffentlichte Coronel 1865 den ganzen Siddur nach einer anderen 11s. Hatte Zunz in dem Siddur ein Ci tat des Gaon Hai (gestorben 1038) gefunden und wohl daraufhin den ihm vorliegenden Text für eine um 1100 entstandene Ueberarbeitung erklärt47), so kommen zwar in der Edition keine jüngeren Autoritäten als Saadia (gestorben 942) vor, dafür aber nicht nur im zweiten, sondern auch im ersten Teile (f. 20 b—22 a) zahlreiche Poesien aus der spanischen Schule Das wir hier nicht den ursprünglichen Text R. Amrams vor uns haben, ist freilich auf den ersten Blick klar. Dazu stimmt die Edition, wie Buber48) nachgewiesen hat, keineswegs mit den Auszügen Luzattos überein. Für eine eingehende Untersuchung des in mehrfacher Hinsicht bedeutsamen Buches, wie sie Epstein49) mit Recht vermisst, 4B) Vgl. Nachträge zu lau. Die Lesart von S bestätigt, wie am Rande der Hs. von Halberstam bemerkt wird, das Citat in Simon Durans Responsen I No. 142 g. E. Es ist dieses wohl der einzige Fall, in welchem die mit der Anfrage an die Akademie gesandte Summe angegeben ist. Ueber Geldspenden an die Akademieen und Gesuche der Gaonen um solche haben uns die Schätze der Geniza aus späterer Zeit mancherlei interessante Aufklärung gegeben. Vgl. den Brief aus Pumbadita vom Jahre 953 ed. C o w 1 e y in J. Q. R. XVIII 401 ff. und meine Bemerkungen dazu *b. 768 ff., den Brief Scheriras in Schechters Saadyana No. XLV sowie b. No. XLVI und den Brief Samuel b. Chofnis ed. 11י a r g o 1 i o u t h in J. Q. R. XIV 308 f. In allen diesen Texten wird darauf hingewiesen, dass solche Spenden in früheren Zeiten üblich waren. 46) Vgl. Nachträge p. 28. 47) 1. c. p. 18. 48) הלבנון V (1868) p. 6-7, 34-36, 101-2. 49) 1. c. p. 17 Anm. 1.