Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 390)
- Language
- German
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ז81 Talmud-Tora, brachten einen Korb der schönsten Früchte, und bekränzten das Bild des Herrn Bernays, und lasen eine von ihnen selbst verfasste Adresse vor. Den ganzen Tag bis spät abends empfing Herr Bernays, mit seinem Ornate bekleidet, zahlreiche Besuche, von denen ich nur die vorzüglichsten erwähne: Eine Deputation von 18 Personen, die eine zu dieser Feier eigens geschlagene goldene Medaillex) überreichten, begleitet von einer mit 226 Unterschriften bedeckten Adresse, zwei Gemeindevorsteher im Namen des gesamten Vorstandes; zwei Senatoren als Repräsentanten des Senates; die Vorsteher der portugiesischen Juden; der Oberrabbiner von Altona; die zwei ältesten Lehrer der Talmud-Tora (deren Präses Herr Bernays ist) namens des Lehrerpersonals, einen silbernen Pokal mit Adresse überreichend. Auch viele andere wertvolle Geschenke erhielt der Jubilar, als eine goldene Dose, zwei grosse silberne Candelabres. Der Tag war ein wahrer Freudentag und die Strasse, in der Herr Bernays wohnt, stundenlang mit Menschen übersäet. “ — So sehen wir also, wie trotz aller Anfeindungen, die dieser würdige, von echter Religiosität beseelte Mann so oft erdulden musste, dennoch die gerechte Anerkennung der Mitwelt nicht ausbleibt. Christen und Juden beeiferten sich, ihm diese an den Tag zu legen, und besonders hervorzuheben ist es, dass diese imposante Feier des Abends von der Jugend ausging. Diese ist, Dank den Bemühungen unseres Bernays, noch nicht dem Gesetze entfremdet, wie da, wo geist- und prinziplose Rabbiner das Ruder führen; ein grosser Teil der jüdischen Jugend Hamburgs hängt noch mit warmer Liebe dem von den Vätern ererbten Gesetze an und sucht nicht seine Bildung darin, allem Heiligen und Göttlichen den Rücken gekehrt zu haben. Dies sind die Früchte seines Strebens, diese Jugend hat er sich auferzogen und in seiner Schule gebildet und dies muss ihn auch über alle Kränkungen und alles Ungemach, das er erduldet hat, trösten; trägt doch jeder edle Mensch den Lohn seiner Tugenden schon in der eigenen Brust! Möge Gott ihm fürder Kraft verleihen, den eingeschlagenen Pfad rüstig zu verfolgen!“ 1l Diese Medaille ist bei Grunwald, Hamburgs Deutsche Juden bis zur Auflösung der Dreigemeinden S. 135, beschrieben und abgebildet.