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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 389

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 389)
Language
German
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IRI
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316 ausbrach. Nach Beendigung des Gesanges hielt der Direktor des Vereines eine kurze Anrede, worauf ein anderes Mitglied vortrat•, die Adresse verlas und überreichte. Sodann hielt Herr Bernays eine Gegenrede an uns, wobei aber anfangs die Rührung seine Worte erstickte. Hier der Inhalt derselben in gedrängter Kürze: ״Wenn gerade der Buchstabe der Schrift (dies in Bezug auf unsere Adresse) in dieser, von Religionskämpfen so vielfach bewegten Zeit zu manchen schiefen Deutungen Anlass gegeben hat, so ist es wohl keine leichte Aufgabe, diesen Kämpfen immer zu begegnen, da es auch einem friedlich Gesinnten nicht immer gelingt, alle Konflikte zu vermeiden. Wenn aber von der Seite, wo man es am wenigsten erwarten dürfe, wo die Leidenschaften noch imgezähmt und ungeschwächt auf brausen, ich meine von der Jugend, wenn man da Hilfe erhält, so erregt dies ein Gefühl, für das ich vergebens Worte suche. Ich kann Ihnen nur den Wunsch aussprechen, dass Gott Sie in Ihren Grundsätzen kräftigen ued stärken möge, dass Sie stets in der wahren Bedeutung des Gesetzes zu handeln fortfahren, um mit Recht genannt zu werden von Gott gesegnete Männer (Jes. 65. 23)a. Kein Auge blieb bei diesen Worten trocken. Dann wurden mit der Gesetzesrolle die am Abend der Gesetzesfreude üblichen Zeremonien vorgenommen und die dazu gehörigen Gesänge unter Musikbegleitung in schönster Harmonie abgesungen, wobei dem Herrn Bernays die Gesetzesrolle übergeben ward. Bei dem darauf herumgereichten Weine wurden 3 Toaste ausgebracht, der erste auf den Jubilar, der zweite auf den würdigen Lehrer unseres Vereines, Herrn Metz, (der ebenfalls vor 25 Jahren in Begleitung des Herrn Bernays nach Hamburg gekommen war) und der dritte auf den Direktor desselben. Zum Schluss nahm der Jubilar den vor 10 Jahren zum Geschenk erhaltenen, grossen silbernen Pokal, füllte ihn mit Wein, und hielt eine kurze Anrede an uns, die er mit den Worten schloss: ״So leben Sie denn hoch, sämtliche Mitglieder des Vereines, sowie die ganze religiös gesinnte Jugend!“ Hierauf trank er aus demselben und liess ihn allen Mitgliedern herumreichen. — Das Ganze hat einen unauslöschlichen Eindruck in allen Gemütern zurück gelassen, und stets werden wir uns dieses herrlichen Abends mit tiefer Rührung und inniger Freude erinnern. Am folgenden Tage erschienen zuerst 25 Schüler der

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