Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 387)
- Language
- German
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__ 314 ___ wissenschaftliche Prinzip, der heilige, Reformierungen solcher Art notwendige Ernst, das Eingehen in das Gemüt, und seine Forderungen“ vermisst werde. Gegen dieses Gutachten Frankels im Orient erliess I)r. G. Salonion ein Sendschreiben, worin er zwar gegen Frankel polemisiert, aller gleichzeitig gegen Bernays ins Feld zieht. In besonders persönlich verletzender Weise äusserte sich Abraham Geiger in seiner Schritt ״Der Hamburger Tempelstreit, eine Zeitfrage“. Trotz all dieser gehässigen und!lässlichen Angriffe widmete sich Bernays unbeirrt dem Werk der Belehrung und Leitung seiner Gemeinde. Deren Aufschwung, deren Festigung und Erstarkung in Pflichtkenntnis und Pflichttreue sollten den Beweis der Grundlosigkeit aller Vorwürfe und der Berechtigung seiner Verurteilung des gegnerischen Standpunktes liefern. Nichts konnte ihn aus seiner Reserve locken, um etwa mit gleicher Schärfe zu antworten und in einer persönlichen Herabwürdigung seiner Gegner Genugtuung zu suchen. Genugtuung für die mannigfaltigen Leiden dieser Kampfeszeit wurde ihm indes durch die Liebe und Anhänglichkeit seiner Schüler und Freunde bereitet. Sein 25jähriges Amtsjubiläum gab diesen Veranlassung, dem Lehrer und Meister ihre Verehrung und Liebe öffentlich kund zu tun. Die Schilderung eines Augenzeugen, wie sie in der Frankfurter Oberpostamtszeitung (Beilage zu N1*. 301 vom 1. November 1846) enthalten ist, erscheint um ihres Inhaltes wie ihrer Form willen interessant genug, um, zumal sie wegen ihrer Seltenheit wenig bekannt sein dürfte, hier wortgetreu wiedergegeben zu werden. ״Frankfurt, 30. Oktober. Samstag, der 24. Oktober, war allen strenggläubigen Juden Hamburgs ein Tag der Freude, da an demselben Herr Bernays seine 25jährige Amtsfeier beging. Schon lange vorher war es die Absicht vieler jungen Leute, diesem würdigen Manne ihre Liebe und Verehrung an diesen! Tage zu bezeigen; es ist aber die Feier so schön und ergreifend ausgefallen, dass es alle Erwartungen überstieg. Wir können wohl behaupten, dass noch keinem Rabbiner der jetzigen Zeit eine so ehrende Auszeichnung zuteil ward, wie bei dieser Gelegenheit dem Herrn Bernays. Wir wollen hier einen