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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 382

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 382)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1974-3488337
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309 des bisherigen Lokales wurde begründet durch die Behauptung, dass der verderbliche Indifferentismus, der in der Gemeinde einzureissen drohe und der vor 23 Jahren teilweise durch den Tempel behoben sei, jetzt durch ein grösseres Lokal gänzlich aufhören würde usw. Der Senat überwies dieses Gesuch dem Gemeindevorstande, und dieser forderte von Bernays ein Gutachten ein, ob der Tempel durch ein grösseres Lokal wirklich dem Indifferentismus steuern könne. Bernays schrieb ein Gutachten, das wir hier in seinen Hauptteilen wortgetreu wiedergeben, da es uns einen Einblick in die Denkungsart Bernays’ gewährt. Wir übergehen die Einleitung des Gutachtens und beginnen an der Stelle, wo Bernays die Begründung des Tempelvereines zitiert: ״Es habe vor 23 Jahren eine verderbliche Indifferenz in die ״Gemeinde einzureissen gedroht; der habe der Verein grossen Teils ״ein Ende gemacht; um nun auch die künftige Generation und ״schon die jetzigen minder Bemittelten vor dieser Gefahr zu ״schützen, bedürfe er ein geräumigeres Lokal, um einem jeden ״die Teilnahme an diesem echt israelitischen Gottesdienst zu ״sichern“. Also ist des Vereines angegebener Charakter und Streben, dem jüdischen Indifferentismus entgegen zu arbeiten. Ergibt es sich aber aus der näheren Betrachtung der Natur des jüdischen Indifferentismus einer- und des Wesens und der Leistungen des Vereines andrerseits, dass letzterer nicht allein nicht geeignet ist, ersterem zu steuern, vielmehr ihm einen religiösen Anstrich verleiht, und ihn daher perenniert, so dürfte es nach dem Geiste der Supplik selbst nicht geraten sein, ihm grösseren Baum, Dauer und Festigkeit zu geben, sondern man müsste, gerade zum Zwecke der Behinderung des Indifferentismus, Boden und Wirkern des Vereines auf alle Weise schmälern und eindämmen. Es liegen also zwei Fragen zur Erledigung vor. I. Was ist jüdischer Indifferentismus? II. Was ist und leistet dieser Verein in dieser Hinsicht? Stellt man sich zur Beantwortung dieser Fragen auf den einfachen biblischen Standpunkt, da zeigt sich klar, wie das Judentum — auf der allgemein biblischen Überzeugung fussend, dass des Menschen Geistes- und Gemütskräfte, ohne besondere, geoffenbarte,

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