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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 381

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 381)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1973-3488336
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308 berichtet worden, dass Herr Bernays Sonntags nachmittags in der Böhmkenstrasse Vorlesungen über das Buch Cosri hält, zu denen nur Israeliten zugelassen werden. Da jenes Buch voll der abgeschmacktesten Verleumdungen gegen das Christentum und dessen Stifter ist, so ersuche ich Sie, mir über diesen Gegenstand einige nähere Auskunft zu erteilen“. Die Gemeinde wies die Einmischung des Polizeiherrn in diese Angelegenheit von sich und erklärte in dem Antwortschreiben, dass erstens die Gesinnung Bernays’ dafür bürge, dass er solche Ansichten nicht hege und lehre, dass ferner das Buch Cosri nichts gegen die christliche Religion enthalte, dass auch Nichtjuden gerne dein Vortrage beiwohnen dürften, ausserdem es eine lateinische Übersetzung des Buches von Buxtorf gebe, die ihm (dem Senatsherrn) zugestellt werden solle. Am 22. Dezember ersuchte der Senator, zur Verständigung über den beregten Gegenstand Herrn Bernays zu veranlassen, dass er sich zu ihm bemühe. Die Unterredung führte zur vollständigen Verständigung und Aufklärung, Bernays’ geistreiche und gelehrte Erklärungen befriedigten den Senator vollkommen, der seine Anerkennung und Zufriedenheit auch in einem Schreiben an Bernays Ausdruck gab. Am 3. Januar zeigte Bernays dem Vorstände an, dass er den Polizeiherrn Hudtwalcker aufgesucht und mit ihm eine Unterredung gepflogen habe, infolge deren er ein Schreiben von demselben erhalten, welches zur Wahrung und Erhaltung des bisherigen, ihm auf so schöne Weise gewährten, unschätzbaren amtlichen Vertrauens führe und wovon er eine Abschrift dem Vorstande überreiche1). So wirkte er, sich nur auf den Kreis seiner Gemeinde beschränkend, indem er die Erziehung und Belehrung der heranwachsenden Jugend zu den Idealen des überlieferten Judentums als seine höchste und heiligste Aufgabe betrachtete, 20 Jahre lang. Da trat ein Ereignis ein, das ihn und die Gemeinde aufrüttelte, und einer grossen Zahl von Gegnern Gelegenheit gab, gegen ihn in niedrigster Weise in Wort und Schrift vorzugehen. Im Jahre 1841 plante der Tempelvorstand in Hamburg die Aufführung eines Erweiterungsbaues und wandte sich zu diesem Zwecke an den Senat um Überweisung eines Grundstückes. Das Gesuch um Erweiterung י) Hamburger Gemeindearchiv, Bernays״Mappe.

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