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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 372

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 372)
Language
German
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IRI
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299 willen, dass die Person des Befragten und sein Verhältnis zu Bernays sowie ihr Inhalt rechtfertigen, nachstehend im Wortlaut wiedergegeben. Sie lautet: ״S1\ Wohlgeboren, dem Herrn L. J. Biesser, der israelitischen Gemeinde Vorstand in Hamburg. Euer W 0 h 1 g e b 0 r e n Sehr verehrtes Schreiben vom 23. v. M. ist mir richtig zugekommen und es konnte mich nicht anders als erfreuen -einerseits Euer Wohlgeboren gefällig — andererseits unvernmthet in den Stand gesetzt, vielmehr das Organ zu werden, den Ruhm eines der seltensten Männer zu verkündigen. Ich glaube in dieser mir so erfreulichen Erscheinung den waltenden Eiliger Gottes zu sehen, da ich überzeugt bin, den seltenen Freund, Jsaak Bernays, kenne unter Juden und (,hristen in seiner ganzen Tiefe und auf allen seinen Seiten Niemand besser als ich, daher mache ich mir es auch zur besonderen Pflicht, von ihm zu sagen, was ich vor Gott zu verantworten wüsste. Bernays, still und anspruchslos wie der Weise, blieb mir auf meiner literarischen Bahn sogar dem Namen nach unbekannt, bis er vor 2 Jahren aus Würzburg hierher kam, und mir dann von einem Freunde unter dem Namen eines jüdischen Gelehrten vorgestellt wurde. Sein jugendlich kraftvoll und geistiges Äussere, sein gebildeter fliessender Vortrag liess mich im ersten Augenblick seinen grossen Geist ahnen, sodass unsere erste Unterredung bei 5 Stunden dauerte, und auch für unsere innigste Freundschaft für die Folge entschied, um so mehr, als wir in unseren literarischen Fächern Unzähliges zu besprechen und auszutauschen hatten. Von Rede, mit Weisheit, Kenntnissen, Demut verbunden, neben der Kenntnis verschiedener Sprachen verliehen ist, und wir finden in dieser Zeit einen Mann seines Gleichen nicht, der, wie er, fähig wäre, die Herzen an sich zu ziehen und die Neigung der Kinder den Eltern mit Sanftmut und Liebe wiederzugewinnen. Götteslehre und Gottesfurcht sind seine Religion, reich sind seine Früchte unter den Brüdern, den väterlichen Glauben bei ihnen zu befestigen und Gottesfurcht in ihrem Herzen einzupflanzen. Sein Loos ist unter den Glücklichen gefallen, ihm wird die Kraft beschieden, den Ruhm des Hauses Israel zu erhöhen, durch erhabene Grundsätze und durch belehrende Reden; ihm wird es gelingen, das Wohlwollen der hohen Obrigkeit für unsere Glaubensgenossen zu erhalten. . .“

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