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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 347

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 347)
Language
German
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5ז2 Sanhedrin und als Hohepriester das Werk der Männer der Grossen Versammlung völlig abgeschlossen. Simons Lebenswerk fällt in die Zeit Ptolemäus’ I. Lagi. Tröstend und ermutigend stand er seinem durch eine lange Friedenszeit verwöhnten Volke zur Seite, als durch die Wirren nach Alexanders Tod und besonders durch die Ueberrrumpelung Jerusalems durch Ptolemäus I. Lagi alle Schrecknisse des Krieges über Judäa kamen. Den verderblichen moralischen Einfluss des Griechentums verstand Simon der Gerechte noch völlig fernzuhalten. Die Talmudstelle Joma 39 a, die uns von den Wunderzeichen im Tempel erzählt, die bis zu seinem Tode stets geschahen und nachher nicht mehr regelmässig eintraten, sagt uns, dass in seinen Tagen die treue Anhänglichkeit des Volkes an die Religion, welche die Bedingung für diese Wunderzeichen war, trotz Krieg und Verlockung in alter Weise erhalten blieb, und dankbar erkennen wir darin den merkwürdigen Einfluss und das wohltätige Wirken des grossen Mannes. Es war eine wunderbare Fügung, dass das Werk der Männer der Grossen Versammlung vollbracht war, bevor die Griechenheirschaft mit ihren für Judäa in religiöser und politischer Beziehung verheerenden Folgen begann. Denn so erstaunlich es ist, dass Simon der Gerechte die aus der Vergangenheit herübergeretteten Schätze seinem Volke trotz aller Ungunst der Zeit in vollem Umfange zu erhalten verstand, Neues konnte damals selbst von einem Manne seiner Bedeutung nicht geschaffen werden. Auf die Epoche der Grossen Synagoge folgt mit Simon dem Gerechten eine Zeit des Stillstandes und der Bemühung um Erhaltung des Alten. Wir finden solche Zeiten des Stillstands öfters in der Geschichte. Wenn die vorhergehenden Geschlechter ein gewaltiges Werk zum Abschluss gebracht haben, so müssen sich die Nachfolger damit begnügen, das von den Vorfahren Ererbte zu befestigen und zu erhalten. Aehnlich folgt so eine Zeit des Stillstands auf die Zeit, welche das gewaltige Werk zu stände gebracht hatte, den Talmud abzuschliessen. Diese Epoche des Stillstands und der Erhaltung reicht von Simon I. über seinen Schüler und Nachfolger Antigonos bis zu den Tagen Jose ben Jochanans und Jose ben Joesers. Antigonos, der Meister mit dem griechischen Namen, stand an der Spitze des Sanhedrin in den Tagen Ptolemäus’ II. Philadelphus, damals als die Gelehrten

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