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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 345

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 345)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1937-3488300
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3ז2 geweckten Erinnerungen sagen ihm mehr als jeder Titel. Von den Grössten unter den Grossen heisst es, dass sie selbst auf den Meistertitel Rabbi verzichten können, גדול מרבן שמו, und in der Tat bei allen Namen, die im ersten Kapitel von Aboth genannt werden, bis zu Hillel und Schammai fehlt ein jeder Ehrentitel; das Wörtchen Rabban oder Rabbi wird sogar verschwiegen. Warum erhielt Simon seinen Titel? Und ein Weiteres, das zu denken gibt. In den talmiulischen Schriften und selbst bei Josephus, der mit seinem Lobe bei den Männern des Thoragesetzes sehr karg ist, erscheint Simon an beiden Stellen, wo seiner beiläufig Erwähnung getan wird, als Simon der Gerechte; Sirach dagegen, der jüngere Zeitgenosse Simons, der ihm in seinem 50. Kapitel ein begeistertes Preislied widmet, kennt den Titel ״der Gerechte“ für seinen Helden nicht ״ גדול אהיו ועטרת עמו, שמעון בן יוחנן הכהןDer grösste unter seinen Brüdern und die Zierde seines Volkes, Simon, Sohn Jochanans, der Priester.“ Mit vollen Accorden beginnt so Sirachs Lied, doch weder bei der Nennung des Namens, noch im ganzen Verlaufe der Darstellung findet sich das Ehrenwort ״der Gerechte.“ Wie lässt sich dieser Widerspruch lösen? Halevy, dem ich noch mehr Anerkennung zolle, wenn er bei auffallenden Erscheinungen, an welchen andere achtlos vorbeigehen, sinnend stehen bleibt, als da wo er schwierige Fragen wie spielend löst, stellt die Frage nach der Bedeutung von Sirnons Ehrentitel und gibt darauf die befriedigende Antwort. In der Genealogie Simons des Gerechten erscheinen bei fünf aufeinander folgenden Geschlechtern die beiden Namen Onias und Simon. Onias I., Simon I., Onias II., Simon II., Onias III. Simon I. heisst Simon, Sohn des Onias (sc. Jochanan), gerade so wie sein ihm so unähnlicher Enkel Simon II. Das Volk, das die Folgen des Eingreifens Simons II. für die Hellenisten in den Leidensjahren der Verfolgungen des Antiochus Epiphanes in grausamer Deutlichkeit erkannte, brachte es nicht über sich, den unwürdigen Enkel als Simon II. neben seinen geliebten grossen Ahnen, Simon I., zu stellen. Es gab sich wie von selbst, ohne dass man den ersten Veranlasser kannte, dass man ein Jahrhundert nach Simons I. Tod, diesen grossen und herrlichen Mann, der jedes Lob vollauf verdiente, nur als Simon den Gerechten nannte, um Jaiu-buch J. L. 0, V. 18

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