Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 344)
- Language
- German
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hauptsächliches Wirken fällt in die Regierungszeit des ersten Ptolemäers, der nach der Eroberung Jerusalems viel Leid über Stadt und Land brachte. Simon war der richtige Mann, um die Wunden der furchtbaren Kriegszeit nach Möglichkeit zu mildern und zu heilen. Sein Zeitgenosse Sirach erzählt, was er für die Wiederherstellung und Befestigung des Tempels getan, und vergisst nicht seinem politischen Wirken den Vers zu widmen ״ ,הדואג לעמו מחתף ומחזק עירו מצרEr, der Sorge trug um sein Volk ob der Plünderungen und seine Stadt befestigte gegen die Feinde.“ Aller Wahrscheinlichkeit nach ist Simon, der Gerechte, erst unter Ptolemäus II. Philadelphus, der 285—247 v. d. g. Z. regierte, gestorben; denn sein Sohn Onias lebte nach den oben zitierten, jeden Zweifel ausschliessenden Worten des Josephus!, noch nach 187, dem Todesjahre Antiochus’ des Grossen. Onias II., den nach Ant. XII, 2, 4 sein Vater als zartes Kind zurückgelassen hatte, viov xatodnzdvTog vt'mov, müsste ein Alter von mehr als hundert Jahren erreicht haben, wenn man annehmen wollte, Simon habe unter dem zweiten Ptolemäer nicht mehr gelebt. In keinem Falle, hat Simon der Gerechte sein Leben vor den spätesten Jahren Ptolemäus’ I. Lagi beschlossen. Der Beiname ״der Gerechte“ für Simon ist ein so vertrauter und geläufiger, dass die Frage, warum gerade Simon dieser Ehrentitel zuteil wird, wenn überhaupt, noch nicht in genügender Weise erörtert wurde. So hoch Simon auch steht, ausgezeichnet durch eine Fülle herrlichster Eigenschaften, gleich berühmt durch Charakter, Kenntnisse und Grosstaten, unter all den grossen Namen, die mit goldener Schrift auf den Tafeln der jüdischen Geschichte verzeichet stehen, lassen sich gewiss noch manche andere finden, die .vollauf verdienen, durch jenes schmückende Beiwort ergänzt zu werden. Das Judentum verlangt für seine Grossen keine Ehrentitel, der blosse Name und die durch ihn scheinlich noch in die Regierungszeit des Philadelphus hineinragt, schon unter Alexander eine bedeutende Rolle gespielt hat, darf nicht Wunder nehmen. Ptolemäus I, den man ein Alter von 80 Jahren erreichen lässt, und den Simon nur um wenige Jahre überlebt haben kann, da ja sein Nachfolger, sein Bruder Eleasar, als Hohepriester mit Ptolemäus Philadelphus wegen der Bibelübersetzung unterhandelt, nahm ebenfalls schon bei Lebzeiten Alexanders eine_ hervorragende Stellung unter dessen Heerführern ein•