Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- V. 1907 - 5668 (1907)
- Date
- 1907-01-01
- Page
- – (sequence 339)
- Language
- German
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26T ihm wegen des ungeheuren Geldaufwandes zu den Geschenken und es lag ihm deshalb nichts an seiner Rettung; doch durfte er mit Rücksicht auf den König seinen Unmut nicht merken lassen“. Es ist nun gleichgiltig, ob auch für Joseph die Veranlassung zur Begünstigung des Brudermords der Neid wegen der Gunst des Königs war, was das wahrscheinliche ist, oder ob der von ihm missbilligte Geldaufwand ihn dazu brachte, der geplanten Ermordung seines jüngsten, hochbegabten Sohnes kalt zuzusehen; jedenfalls wird er dadurch als ein Mann charakterisiert, der sich so vollkommen zu einem vornehmen Griechen der Diadochenzeit entwickelt hatte, dass die tiefgesunkene Moral der Führer und Vornehmen von Alexandria und Antiochia auch die seinige geworden wrar. Bei den älteren Söhnen des Joseph kann es nicht merkwürdig erscheinen, dass sie die Missgunst bis zum Brudermorde trieb, sind sie es doch, die zuerst dem Hellenisten Jason bei der Verdrängung seines edlen Bruders Onias III. zur Seite standen und dann, als ob Jason nicht weit genug in seiner frevlen Hinneigung zum Hellenismus gegangen sei, allein von allen Aristokraten in Jerusalem auf seiten des Tempelräubers, Priestermörders und Götzendieners Menelaus standen. Hätten wir nur die Josephusstelle Ant. XII, 5, 1, so genügte das vollkommen, um jeden Zweifel an der Verworfenheit der Söhne des Joseph zu bannen. Es heisst dort, nachdem von den Streitigkeiten zwischen Jason und Menelaus, gesprochen wurde ״standen nun des Tobias Söhne auf Seiten des Menelaus, wähl end der grössere Teil des Volkes, (d. h. der Aristokraten) sich dem Jason anschloss, von dem Menelaus und die Söhne des Tobias so bedrängt wurden, dass sie zu Antiochus flohen und ihm erklärten, sie wollten sich von ihren heimischen Sitten und Gebräuchen lossagen und nach griechischer Weise und der Verfassung des Königs leben usw.“ So waren also dieTobiaden beschaffen, dass sie mit einem Menelaus gemeinsame Sache machten und im Verein mit ihm Antiochus Epiphanes zur Verfolgung und Aufhebung der jüdischen Religion aufstachelten. Damals als die Tobiaden gemeinsam mit Menelaus zu Antiochus flüchteten und die direkten Veranlasser der Keligions- Verfolgungen dieses Tyrannen wurden, war ungefähr ein Jahrzehnt vergangen, seitdem Simon II. als Hohepriester die Partei der älteren