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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1907-01-01 · V. 1907 - 5668 (1907) · page 338

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
V. 1907 - 5668 (1907)
Date
1907-01-01
Page
– (sequence 338)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486275--1930-3488293
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266 und seine glänzenden Geistesgaben das Volk der Juden aus Armut und Unansehnlichkeit zu glücklicheren Verhältnissen erhoben“. Nirgends erfahren wir von Joscphus, dass der Sohn des Tobias die Landwirtschaft oder den Handel Judäas zu höherer Blüte gebracht hätte, nur das wissen wir von ihm, dass er und seine Einnehmer und Beamten ungeheure Schätze aus ihren Verwaltungsbezirken erpressten. Joseph und seine ihm gleichgesinnten Kreaturen, welche durch die Steuerpacht ungezähltes Geld und gewaltigen Einfluss gewonnen hatten, sind für Josephus das Volk der Juden, und sie freilich wurden aus Armut und Unansehnlichkeit zu glücklicheren Verhältnissen erhoben, während die geschundene und ausgesogene Mehrheit des Volkes sehnsüchtig an die Zeit zurückdachte, wo ein gerechter Hohepriester im Verein mit dem Sanhedrin das Land für die fremden Regierungen zu besteuern und zu verwalten hatte. Und derselbe Josephus, der Lobredner des Steueipächters, berichtet uns gar manches von diesem, was ihn als einen Mann ei kennen lässt, der seinem Volk und dessen Gesetz völlig entfremdet war. Josephus hat kaum der grossen Feindseligkeit der Samaritaner gegen die Juden in damaliger Zeit Erwähnung getan, als er uns erzählt, dass sich der Sohn des Tobias ״von seinen Freunden in Samaria“ das Geld geliehen habe, das er zur gehörigen Ausstattung für seine Reise nach Alexandria benötigte. Die Samaritaner, die gewalttätigen Feinde der Juden, sind also die Freunde und Gönner des Joseph. Die abstossende Erzählung von Josephs Liebe zu einer Tänzerin, die er bei einer Hoftafel in Alexandria kennen lernt, und wie statt deren ihm dann die Tochter seines Bruders zuge־ führt wird, lässt uns erkennen, wie weit der Held dieser Geschichte von jüdischer Sitte entfernt war. Das Bild Josephs als eines gewalttätigen und gewissenlosen Menschen wäre nicht vollständig, wenn wir uns nicht an seine Stellung zu dem Mordplane der Brüder gegenüber dem erfolggekrönten, aus Alexandria heimkehrenden Hyrkan erinnerten. Hören wir auch hier, was des Steuerpächters Bewunderer Josephus davon erzählt. ״Als nun die Brüder vernahmen, wie freundlich Hyrkanus vom König aufgenommen worden sei und dass er so ehrenvoll heimkehre, zogen sie ihm entgegen, um ihn zu töten, und zwar mit Wissen ihres Vaters. Denn dieser grollte

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